Test

So, nun können wir testen, ob ihr als Follower alles richtig gemacht habt. Wenn ihr eine Benachrichtigung über diesen Eintrag bekommt, dann seid ihr auch künftig auf der sicheren Seite. Wenn nicht, Pech, ne? Dann müsst ihr halt den entsprechenden Button noch ein bisschen suchen.

Damit der Eintrag nicht so super kurz ist, lasse ich euch gerne teilhaben, warum ich ca. 15 Minuten im Fahrstuhl des Rathauses verbracht habe.

Mittags muss ich mich oft sputen, weil ich an ein paar Tagen meine Kinder von der Schule abhole. Mit dem Auto, denn die Schule ist rund 10 km entfernt von unserem Wohnort. Ich glaube nicht, dass ich eine Helikoptermutter bin (vermutlich denken das aber alle von sich selbst). Wenn aber das Gepäck der Kinder fast so schwer ist, wie das entsprechende Kind, dann macht das was mit mir. Erst Mal Wut auf das System. Danach macht mir das dann Sorgen, dass sie sich den Rücken, die Hüfte, Knie oder Füße kaputt machen. Ich hab sie ja nicht auf die Welt gepresst um sie gleich wieder kaputt zu machen. Also versuche ich an schlimmen Trage-Tagen eine gute Mutti zu sein. Tief in meinem inneren glaube ich fest daran, dass man Kinder und Tiere nicht zu „viel lieben“ oder „loben“ kann. Trotzdem scheint das einige Mitmenschen zu stören, was mir grundsätzlich schnurzpiepegal ist. Vermutlich sind das die, die selber zu wenig Liebe und Lob abbekommen haben. Und nein, viel, heftig und ehrlich zu lieben hat nichts zu tun mit Grenzenlosigkeit und ohne Grenzen aufzuwachsen.

Aber lasen wir das, darum gehts ja heute nicht. Ich bin also knapp dran und hetze zum Fahrstuhl. Der bedient 5 Etagen. Ich sitze in der 4., die Stempeluhr ist in der 3. und das Auto steht in der Tiefgarage. Wenn man schlecht oder gar nicht lesen kann, ist das Ganze auch noch mit hübschen Farben markiert.

Ich drücke und warte auf den Fahrstuhl. Das kann dauern weil der echt laaaaaangsam fährt.

Als er da ist, steige ich ein und während sich die Türen schließen, fällt mir ein, dass ich vergessen habe, einer Kollegin etwas zu schicken. Vor Schreck drücke ich die 5. Da musste ich nun wirklich bisher noch nie hin. Ich stöhne, denke an die vergessene Mail und drücke den Knopf für die 4. Wir erinnern uns, da musste ich gar nicht hin, da kam ich ja her.

Ich drücke jetzt in einer Anwandlung von Zeitstress die 2 (hä?) und dann erst die Tiefgarage, also 1. Der Fahrstuhl hat jetzt auch Stress, arbeitet aber alles im Zeitlupentempo korrekt ab. Zu meiner unendlichen Freude, öffnen und schließen sich die Türen in 2 mehrmals, ohne dass wir losfahren! Endlich, ganz unten angekommen fällt mir ein, dass ich mich nicht ausgestempelt habe (wäre die 3) woraufhin ich aber stattdessen die 4 drücke (meine Arbeitsetage) und dann die 3, damit ich mich endlich ausstempeln kann und zum Schluss wieder die Tiefgarage.

Liebe Steuerzahler, ich bin heute auf eure Kosten minutenlang Fahrstuhl gefahren. Ich verspreche, das mache ich morgen irgendwie wieder gut.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen und bis die Tage,

Fahr-Ma

Landleben vs. Realität

Kennst du das? Manchmal hab ich einfach Lust Lebensmittel selber zu verarbeiten. Wie früher meine Oma. In meiner Vorstellung werkele ich dann in der Küche und produziere gar wundervolle Dinge. Selber Brot backen, Nudeln machen, Marmelade und Geele einkochen, Säfte und Liköre herstellen. Hab ich alles schon gemacht. Ich bin immer auf der Suche nach einfachen, köstlichen Rezepten für die ich regionale Produkte verwenden kann und wenn es super läuft, sogar alles was unser Garten und die Hühner hergeben. Meistens gelingt das und es ist ein befriedigendes Gefühl, Nahrungsmittel zu verarbeiten und haltbar zu machen. Mich entspannt das und ganz oft bekomme ich Anerkennung in Form von Sätzen wie: Mama, das schmeckt so lecker! Wenn das kein Ansporn ist.

So ist es also nicht verwunderlich, dass ich vor einiger Zeit, bei einer Leserunde durch die Blogs die ich sehr mag, aufmerksam verfolgte, wie jemand selber Birnensaft produziert. Fein. Da wir zwei alte Birnenbäume haben, die alle zwei Jahre reichlich tragen, kam mir das sehr gelegen. 300kg Birnen hatte der Anmichrangetraute schon zur Mosterei gefahren. Ich googelte glückselig nach Rezepten mit Birnen und kochte 5 Gläser Birnen-Zwiebel-Chili-Chutney. Sehr lecker! Frohen Mutes dachte ich an den Birnensaft, der ganz ohne den Zusatz von Zucker nur minimal erhitzt wird. Jetzt hab ich nichts gegen Zucker, vermutlich nehme ich jeden Tag ein Pfund davon in allen möglichen Lebensmitteln zu mir, aber wenn ich heile Welt spiele, dann richtig.

Alles was ich für den Birnensaft benötigte war, neben Birnen, noch einige Glasflaschen und ein Kochthermometer. Einen Entsafter nenne ich schon mein eigen. Ich zog also letzte Woche los und besorgte einige Flaschen. Ein paar verstaubte Bügelflaschen mit Holunderbeersirup von 2014, fand ich noch in der Vorratskammer und entsorgte ihn gleich. Der Fortschritt mach ja auch vor Flaschen nicht halt und so kaufte ich hübsche Exemplare mit Twist-Off-Deckel und Metallschraubverschlüssen. Einzig beim Kochthermometer gab es Probleme. Ich bekam es nirgendwo im örtlichen Handel. Entweder war das Letzte gerade verkauft oder es hatte nie welche gegeben. Nach dem 4. Laden hatte ich die Schnauze voll und bestellte beim großen A….. im Internet. Leider war es schon Donnerstagabend, so dass mit einer Lieferung am Freitag nicht mehr zu rechnen war. Schaade. Jeden Tag lief ich an den Körben voller Birnen vorbei und war vorfreudig. Am Samstag dann endlich die Nachricht, dass das Produkt heute zugestellt wird. Hurra. Dummerweise musste ich den ganzen Tag in der Hundeschule arbeiten obwohl ich so gerne mit der Produktion begonnen hätte. Heute war es dann endlich so weit. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit meiner Familie machte ich mich an die Arbeit.

Die Flaschen die schon ausgewaschen waren, wurden ausgekocht. Der Entsafter rein geholt und nach erneutem auswischen zusammen gebaut. Birnen gewaschen, geputzt und gestückelt. Der Anmichrangetraute hatte mittlerweile Speierlinge gepflückt, die in kleinen Mengen dazu sollten. Eine sehr nützliche alte Obstsorte, die durch ihre Bitterstoffe und das Pektin für eine noch bessere Haltbarkeit sorgen.

Die ersten 3 Durchgänge mit dem Zentrifugalentsafter klappten einwandfrei. Dann wurde das Gerät lauter. Als ich gerade überlegte, ob ich den Sammelbehälter leeren soll, fing es an zu qualmen. Ich gebe zu, meine Motivation erlitte da zum ersten Mal einen Knick. Der Anmichrangetraute baute alles auseinander während ich den nur mäßig gefüllten Behälter mit Saft in einen Kochtopf schüttete. Das Ganze muss nun bei 70 Grad zwanzig Minuten erwärmt werden. Auch das hatte ich mir irgendwie leichter vorgestellt. Auf kleiner Flamme kam ich nicht über 50 Grad, auf großer Flamme schnell über 80 Grad. Bei 71,7 Grad stand ich dann 20 Minuten mit dem verfickten Thermometer in der Hand und regelte fröhlich hoch und runter, zog den Topf von der Platte und stellte ihn wieder darauf. Wie meine gelassene, souveräne Oma kam ich mir nicht vor. KEIN BISSCHEN.

Nach der Erwärmungsphase schüttet ich den Saft, der mit unfassbar viel Schmodderschaum versetzt war, in ein mit einem Küchentuch ausgelegten Sieb. Das Tuch kräftig drehen, Pfoten verbrennen und voila, unten kommt noch viel weniger Saft raus, als es eh schon war. Ein Blick auf die 27262618 ausgekochten Flaschen, horchen wo die Kinder sind und fluchen wie ein Bierkutscher.

Im Hintergrund hat der Anmichrangetraute die Scheissentsafter wieder flott gemacht und die nächsten 3 kg Birnen und ein paar Speierlinge durchgejagt. Mein durchgedrückten Saft sollte jetzt, nach Vorbild aus dem Internet, noch durch einen Kaffeefilter in die Flasche gefiltert werden. Kein Problem, wenn dafür wie auf Bildern gesehen, diese honigfarbene, klare Flüssigkeit in die Flaschen tröpfelt. Also hab ich meine vorhanden Kaffeefilter aus feinstem Plastik heraus gekramt (jaaa, ich hatte in den letzten Jahren auch mal Bock auf handgefilterten Kaffee), Papiertüte einsetzen und los.

Nix und los. Die ersten 2 Milimeter waren schnell durchgelaufen, danach ging gefühlt nichts mehr. Nach 30 Minuten hab ich eine neue Filtertüte eingesetzt. Gleiches Spiel. Nach 1 1/2 Stunden war eine sehr, sehr kleine Flasche voll und ich mit den Nerven am Ende. Also hab ich ab sofort den Saft in Flaschen gefüllt, der nach der unsäglichen Küchentuchdrückerei heraus tröpfelte. Ironischerweise sah er genauso aus, wie die Plörre, die durch den Filter getropft war. Fuckmistpiss.

Dann hab ich den Rest verarbeitet, den der Anmichrangetraute entsaftet hatte. Also wieder an Kochpott stehen, nie genau 70 Grad erreichen und alles durch ein Tuch seihen.

Jetzt, nach über 4 Stunden, bin ich stolze Besitzerin von 6 1/2 Flaschen Birnensaft, die allerdings noch 10 Minuten bei verschissenen 90 Grad eingekocht werden müssen. Die Küche sieht aus wie Sau, die Kinder fragen minütlich wann sie den endlich trinken können und aus unerfindlichen Gründen, hab ich schlechte Laune. Vermutlich wird der Saft Kacke schmecken, denn die Speierlinge habe ich eben probiert. Entsetzlich bitter UND sauer. Dreckszeug.

Und den blöden Birnenkuchen, backe ich jetzt auch nicht mehr.

Also, scheiss die Wand an und bis die Tage,

eure Saft-Ma

Notiz an mich selber: Birnensaft kaufen!

WMDEDGT?

Die Abkürzung oben steht für „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“? Jeden Monat am 5., ruft Frau Brüllen die Onlineblogger dazu auf mitzumachen. Ich lese an diesen Tagen besonders gerne bei anderen Leuten mit. Manche haben so vollgepackte Tage, dass ich alleine vom lesen müde werde. Manchmal fühle ich mich selber schrecklich faul. Manchmal finde ich meine eigenen Tage gruselig oder ganz schön. Je nachdem auf welchen Wochentag sie fallen. Also gucken wir heute mal bei mir.

Der Wecker klingelt um 5.20 Uhr. Ich drücke noch 2 x auf die Schlummertaste, weil der Anmichrangetraute zuerst ins Bad muss. Er liegt aber noch friedlich schnorchelnd neben mir. Die Zeiten in denen ich mich darüber aufgeregt habe, sind lange vorbei. Ich könnte nämlich selber als Erste ins Bad gehen (nö, müüüüde) oder ich mache eben nachher alles etwas schneller. Um 5 vor 6 Uhr kann ich ins Bad. In 20 Minuten bin ich geduscht und angezogen. Nahtlos suche ich den Kindern Anziehsachen heraus und wecke jeden so wie er es mag (Rücken kitzeln, Gesicht streicheln). Nachdem ich das Gefühl habe sie sind einigermaßen wach, gehe ich die Katzen füttern. Während mein Mann die Brote schmiert, drehe ich eine Runde durch die Katzenklos. Danach ist es Zeit für die 1. Tasse Kaffee. Ab sofort rufe ich im 5 Minuten Takt nach oben, die Kinder sollen aufstehen.

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Ich liebe es, wenn ich den 1. Kaffee draußen trinken kann.

Mein Mann fährt zur Arbeit, nachdem er die Hühner raus gelassen hat. Während ich die Brote und das Trinken eingepackt habe, trinke ich draußen meinen eigenen Kaffee. Kind 2 kommt nach unten und klagt über beginnenden Rotz. Nach einem Löffel Manukahonig geht es schon besser. Ich frage nach Frühstückswünscheb, weil das wirklich jeden Tag variiert. Mal darf es kleingeschnippeltes Obst sein, Müsli, ein Marmeladentoast, ein Toast mit Butter und Salz, eine getoastete Waffel, ein Joghurt oder eine Käsestange. Nachdem das Kind im Bad ist, rufe ich Kind 1 häufiger, die Antworten kommen zunehmend aggressiver. Kind 2 ist im Bad fertig und Kind 1 taucht auf. Meistens mag es nur trinken. Heute lässt es sich zu einem Toast hinreißen, wobei dafür gefühlt keine Zeit ist, aber irgendwie schafft er es immer. Werden halt auf der Toilette die Schuhe angezogen, während die Zahnbürste mit der anderen Hand bewegt wird. Soll noch mal einer sagen, Männer wären nicht multitaskingfähig…

Während Kind 2 schon lange am Bahnhof steht, verlässt jetzt auch Nummer 1 mit fliegenden Haaren das Haus. Ich bringe den Hühnern, die eigentlich schon fertig gefüttert sind, die Schulbrote vom Vortag und oder die Reste vom Frühstück. Muss ich nicht extra erwähnen, dass sie mich ganz gerne mögen, ne?

Ich gehe jetzt ins Bad, putze meine Zähne und lege gesichtsrestaurationstechnisch noch mal Hand an. Eine viertel Stunde später bin ich abfahrbereit und mache mich auf den ca. 20 km langen Weg nach Clausthal-Zellerfeld. Mist, beim einsteigen sehe ich, dass ich noch tanken muss. Wollte ich eigentlich abends erledigen, bin aber nach dem Unterricht drüber weg gestorben. Muss ich also vorher machen. Dann aber geht es endlich los in den Oberharz.

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Das scheint ein richtig schöner Tag zu werden. Aber darüber können wir uns diesen Sommer wohl kaum beklagen. Während der Fahrt höre ich mein aktuelles Hörbuch „Der Abschiedsstein“, von Tad Williams. Es ist der 2. Band einer Triologie. Ähnelt ein bisschen der Weitseher-Saga und ich mag es. Irgendwie ist die Fahrt beim hören immer zu kurz. Angekommen fahre ich mein Auto in die Tiefgarage.

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Wie niedlich mir die 4 vorkommt, nachdem am Wochenende in Bochum, fünfstellige Nummern im Parkhaus vergeben waren :D.

ich sitze im 2. Stock, was aber im Enddefekt 4 Etagen wären und deswegen geht es jetzt dahin:

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Solltest du, liebe Leserin, eine sportbegeisterte, bewegungsfreudige und treppenaffine Person sein, dann behalt es einfach für dich, okay?

Nachdem ich mein Büro betreten habe und alle Fenster geöffnet sind, passiert jeden Morgen das Gleiche. Erst Rechner an, dann Kaffee. Viel Kaffee. Ich bin noch nicht lange da (etwas über 2 Monate), habe aber schon einige KollegInnen abhängig gemacht von meinem Kaffeeservice. Ich bin eben gerne gesellig!

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Den Rest des Tages verbringe ich damit, anderer Leute Termine zu koordinieren, anderer Leute Telefongespräche anzunehmen, Anmeldungen zu verschicken, Absagen zu erteilen, der Chefin die Unterlagen für die Meetings zu geben, Rücksprache zu halten, mehr Kaffee zu kochen, Kaffeegeschirr abzuräumen und meine direkten Kollegen zu bespaßen. Immer wenn ich das Gefühl habe, dass jetzt unmöglich noch irgendeine Telefonnummer, ein Termin oder ein neuer Name in meinen Kopf passt, ist auch schon wieder Feierabend (wo bleibt nur die verdammte Zeit?). Ich bin schon wieder länger da als ich wollte und muss mich jetzt sputen.

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Da sich der Verkehr staut, ist es so spät, dass ich die Kinder auch von der Schule abholen kann. Heute haben die Beiden zum Glück zeitgleich aus. Frau muss auch mal Glück haben, denn manchmal fahre ich tatsächlich zweimal (wenn die Kinder ihr Instrumemt, den mörderisch schweren Rucksack und die Sporttasche dabei haben zum Beispiel).

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Geschafft, ich bin 3 Minuten vor Schulschluss da. Die Kinder freuen sich über den unerwarteten Service und wir fahren nach Hause. Was soll ich sagen, die Katzen haben auch schon wieder Hunger.

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Für die Kinder wähle ich heute den Nudel-Joker, weil es mittlerweile 13:40 Uhr ist. Obwohl ich wirklich gerne koche, brauche ich dafür Zeit. Die habe ich gefühlt nicht, wenn wir   nicht erst um 15 Uhr essen wollen. Da wäre ich manchmal froh, wenn meine Kinder in der Schule essen würden. Das wäre jetzt, nachdem beide auf dem Gymnasium sind zwar möglich, aber sie wollen nicht. Nun denn, ich mag es wenn wir zusammen essen und uns von unserem Tag erzählen.

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Nudeln machen glücklich 😀. Anschließend nehme ich mir ein paar Minuten Zeit für mich. Ein kleiner Espresso draußen und dabei in den frisch gelieferten Kochbüchern schmökern, schütten bei mir ebenfalls Dopamin aus.

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Anschließend frage ich meinen Nachwuchs, wann sie ihre Hausaufgaben erledigen wollen. Ja, das können sie selber entscheiden. Warum sollen sie nicht am besten wissen, ob sie eine Pause brauchen und später anfangen oder gleich anfangen und den Rest des Nachmittags frei haben. Bei uns klappt das gut. Kind 2 schnorchelt noch ein bisschen mit dem Schnupfen und hat gerade generell mit der Eingewöhnung in die neue Schule zu kämpfen. Sie entscheidet sich für einen Mittagsschlaf. Kind 1 macht Musik. Also alles wie immer. Ich mache das allernötigste im Haushalt, weil ich sonst nur Sonntags dazu komme. Am dringendsten ist das

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und das

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Danach fange ich schon mal mit den Birnen an. Die wollen unbedingt runter und poltern auch schon mal aufs Autodach. Am liebsten würde ich einen Teil sofort verarbeiten, ich habe geile Rezepte für ein Birnen-Zwiebel-Chili-Chutney (lecker zu Käse), einem Birnen-Schoko-Kuchen und einem Feldsalat mit Birnen, Ziegenkäse und Walnüssen. Aber ich hab keine Zeit und das nervt mich gerade. In der Küche zu probieren, zu kochen und einzumachen entspannt mich und ich täte das gerade wirklich gerne. Menno.

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Der Anmichrangetraute wird nach Feierabend pflücken solange noch Tageslicht da ist. Ich suche zwischenzeitlich eine E-Mail. Wie gut, dass ich vieles lange aufhebe. Langsam müsste ich aber wirklich mal aufräumen 😂.

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Ich finde die Mail. Hurra. Das ist ausnahmsweise mal gelaufen wir am Schnürchen. Da heute eine Gruppenstunde ausfällt habe ich stattdessen einen Termin mit dem zauberhaften Kalle ❤ und seinen Leuten.

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Ich überziehe die Stunde minimal (30 Minuten). Auf dem Rückweg halte ich schnell vor dem Rewe und besorge etwas zum Abendessen. Als ich heim komme, pflückt der Anmichrangetraute noch, die Kinder machen Hausaufgaben, die Katzen haben wieder Hunger. Nun denn, an die Arbeit.

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Zuerst erledigen wir, was die Kinder alleine nicht hinbekommen haben. Dann gibt es Camembert mit Preiselbeeren.

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Nach dem Essen haben die Kinder noch zusammen Musik gemacht. Seit Kind 2 die Trompete hat, gibt es für beide kein halten mehr. Ich finde das ganz großartig auch wenn es immer mal wieder Momente gibt, an denen meine Ohren einfach gar nichts mehr hören wollen. Während ich also draußen sitze, ist im Musikzimmer das Fenster auf und ich muss raten, ob sie Jazz, Pop, Klassik oder Volkslieder spielen. Ja, ne, ist klar. Naja, meine treuen Facebookfreunde kennen ja einige Musikfilmchen aus dem Hause S.

Nachdem wir besprochen haben was morgen anliegt und beide ihre Taschen gepackt haben, geht Nummer 2 erst ins Bad und dann ins Bett. Kind 1, älter, weiser und diskussionsfreudiger darf 45 Minuten länger aufbleiben (turnt aber jetzt gerade auch noch mal hier rum, weil es ungeklärte Fragsen zum Universum gibt *seufz*) und marschiert dann, unter Protest, ins Bett.

Ich sitze jetzt seit ungefähr einer Stunde hier und pfriemele den Text übers Handy ins Netz. Und jetzt reicht es auch, finde ich. Vielen Dank, wenn ihr bis hierher mitgekommen seid durch meinen Tag.

Gehabt euch wohl und bis die Tage,

Dagmar

Was wollt ihr?

Ich merke gerade, dass das erst Mal genug Katzenkram für zwei Beiträge war. Vorerst. Ich hab Lust etwas anderes zu schreiben. Natürlich kommen noch Zeiten, wo ich keinen Bock habe oder der alltägliche Kram verarbeitet werden will. Aber jetzt gerade, da hab ich Lust euch zuzuhören. Na, was würdet ihr gerne lesen? Alltagsgeschichten? Hundegeschichten? Darf es ein bisschen Beauty-Content sein 😂? Oder doch lieber Gedanken zur Nacht, Lieblingsrezepte oder Büttenreden? Kinderkram?

Im Moment ist die Zahl der Besucher hier ja sehr, sehr übersichtlich. Das war schon mal anders. 2004 hatte ich 100.000 Zugriffe pro Woche (oder war es pro Tag?). Das würde ich gerne noch mal versuchen 😉. Einfach weil es schon spannend und skurril war, dass mir Leute aus Bayern geschrieben haben, sie hätten die gleiche Kaffeemaschine wie ich *gnihihi*.

Also, ich frag so schnell nicht wieder, was wollt ihr lesen? Ich orientiere mich nur an den Kommentaren unter diesem Beitrag. Okay?

Dann man los! Gehabt euch wohl und bis die Tage, Dagmar

Katzen, Katzen, Katzen (2)

Nachdem im Dezember die Katzen in ihren Körben saßen (Pummelfee-Molly im großen Korb, die schwatte Leila im Kleinen) und im Auto angeschnallt waren, ging es unter lautem Miau nach Hause. Die Beiden taten mir ziemlich leid. Egal wie stressig oder ungeeignet ein Zuhause ist, oft ist es dass Einzige was die Tiere kennen. Sie verlieren ihre Bezugspersonen, ihre Futter- und Schlafplätze, einfach alles. Auch wenn ich wusste, dass sie in naher Zukunft über viel mehr Platz, Ansprache und Abenteuer verfügen würden war mir klar, die nächsten Tage werden stressig. Um das klagende maunzen besser auszuhalten, habe ich die Miezen ununterbrochen vollgequasselt und ihnen von ihrem neuen Leben erzählt. In Aschenhütte war schließlich Ruhe.

Im neuen Heim angekommen, hab ich zuerst die Katzenklos (3) und Futternäpfe aufgebaut und dann voller Erwartung die Kennel geöffnet. Molly ist sofort im Badezimmer hinter der Waschmaschine verschwunden, während Leila im Obergeschoss hinter der Kinderspielküche verschwunden ist. Gesehen habe ich das erst später, denn für mich waren beide erst Mal weg…

Ich gebe zu,  ich habe da meinen Hund so vermisst  😔. Als die Kinder nach 2 Stunden aus der Schule kamen, habe ich Ihnen noch mal die Fotos von den Katzen gezeigt, weil zu sehen waren keine. Wir hatten vereinbart für diesen Tag weder laut Musik zu hören, noch zu spielen, nicht zu kreischen, zu rennen zu trampeln oder sonstiges Chaos zu verbreiten. Ich habe Ihnen erzählt dass Molly so viel zutraulicher ist, menschenfreundlicher und das sie sich sicher schneller heraus traut als Leila.

Am Nachmittag bekam ich Fotos von den Kindern aus der oberen Etage, die Leila auf dem Schoß hatten und herum schmusten. Zu dieser Zeit saß Molly immer noch mit riesigen Augen hinter dem Waschmaschine. Bei diversen Toilettengängen und geschlossener Tür kam sie immer mal kurz heraus, verschwand aber ziemlich schnell wieder. So richtig entspannt war ich erst, als Molly auf dem Katzenklo war und einige Bissen gefressen hatte. Die Kinder, die seit dem Mittag oben auf dem Boden saßen, schickten mir wieder Bilde von Leila, die ebenfalls fraß und ihr Klo aufsuchte.

Im Verlauf des Abends kam Molly ins Wohnzimmer, sprang aufs Sofa und blieb. Das war ein absolut großartiger Moment! Leila lag auf den Treppenstufen und beobachtete das Geschehen um sie herum. Total beruhigt machte ich mich bettfertig und legte mich nieder. Molly kam kurze Zeit später im Dunkeln aufs Bett gesprungen, was bei mir beinah einen Herzinfarkt ausgelöst hätte (man muss sich erst wieder daran gewöhnen dass Katzen im Haus sind), krallte sich auf meinem Oberarm fest und blieb dort. Wie gerne hätte ich mich nach einigen Minuten umgedreht, aber was tut man nicht alles. Leila rannte kurze Zeit später laut miauend durch das ganze Haus und tat mir furchtbar leid. Ich dachte sie sucht Molly. Also machte ich schnalzende, lockende Geräusche in der Hoffnung, sie kommt ebenfalls ins Schlafzimmer, damit wir einfach alle schlafen können. Kam sie wohl auch irgendwann, ich war wohl gerade am einnicken, weil Molly plötzlich fauchend los schoss, es eine heisse Verfolgsjagd durch die ganze Wohnung gab, bei der ein Blumentopf und eine Lampe ihr Ende fanden und die in eine kräftigen Keilerei endete. Danach waren alle wieder wach. Scherben wurden zusammen gefegt und kurze Zeit später waren wir alle wieder am Start: Molly festgekrallt auf meinem Arm, Leila maunzend durchs Haus laufend. Irgendwann bin ich dann wohl doch eingeschlafen.

In den folgenden 3 Tagen kam Leila jeden Tag ein bisschen mehr in die untere Etage und meine Nähe. Das bedeutete nicht zwangsläufig, dass sie von mir gestreichelt werden wollte, was ich schnell lernte. Molly verbrachte die Tage damit sich auf dem Sofa herum zu räkeln, zu fressen, zu kacken und Leila zu verprügeln.

Am 4. Tag, ich lag lang auf dem Sofa, stelzte Leila auf meinen Brustkorb und legte sich mir Aug in Aug gegenüber. Ich war ganz gerührt vor lauter Glück als sie zu schnurren begann. Also hob ich die Hand und streichelte ihren Rücken. Vielmehr kam es nicht dazu, weil sie nach der Berührung mit meiner Hand dermaßen in mein Gesicht fauchte und die Pfote hob, dass ich quasi von Sekunde an gelähmt war. Nie war ich glücklicher Brillenträgerin zu sein. Ich ließ meine Hand sinken, atmete flach und so lagen wir ca. 15 Minuten bevor sie ging. Himmel, ich hatte eine Zebra-Unterhose! Seit diesem Tag hat sie mich nie wieder angefaucht. Ich kann sie streicheln und als einzige Person in der Familie hoch heben. Manchmal haut sie mir auf die Pfoten (ohne Krallen) wenn ich auf einer Seminarreise war, das falsche Futter hinstelle oder die Laune einfach im Keller ist. Aber sonst passiert nichts.

In der Anfangszeit prügelten sich die Unzertrennlichen jeden Tag. Obwohl sie plötzlich 160 qm zur Verfügung hatten, ging es immer um Ressourcen wie das Schlafzimmer. Das gehörte vom 1. Tag an Molly alleine. Allerdings nur nachts. Kam Leila in die Nähe, gab es Dresche. Leila wiederum hat sich mehr als einmal nachts ins Schlafzimmer geschlichen, hat irgendein Kleidungsstück oder eine Tasche bepinkelt und ist wieder gegangen. Der Anmichrangetraute war total begeistert, weil es 2 x seine Sporttasche getroffen hat. Gibt es etwas eindrucksvolleres als Katzenurin?

Während Molly im Tierheim fast aufdringlich war, hatte sie bei uns plötzlich keinen Bock mehr auf dieses Gekrabbele von Menschenhänden. Sie chillte auf dem Sofa, Tisch oder vor dem Ofen, frass, kackte, schlief oder jagte Leila. Sie war nie aggressiv wenn man sie streichelte, ging jedoch zügig weg und rollte mit den Augen. Leila wurde jeden Tag anhänglicher, rollte sich um meinen Hals, pfötelte mein Gesicht und lag am liebsten Nase an Nase. Es war praktisch ein kompletter Wandel beider Tiere. Das ist nicht meine erste Erfahrung mit Tierheimtieren, bestärkt mich aber immer wieder darin zu bedenken, wie sehr sie sich in einer stressigen Situation verändern und anders verhalten. Was sich alles entwickelt wenn sich die Umweltbedingungen verbessern und die Tiere ankommen dürfen.

Heute sind beide 9 Monate hier, gesund, quicklebendig und stundenweise Freigänger. In der Sommerhitze haben sie abwechselnd ganze Nächte draußen verbracht. Molly schmust wieder, wenn auch hart und eher brutal :D. Leila gehört immer noch die obere Etage. Sie ist mutig, stalkt den Nachbarkater, ärgert Hunde und liebt die Kinder heiß und innig.

Wir möchten beide nicht mehr missen. Sie gehören schon lange zur Familie und das bleibt hoffentlich noch ewig so. Dennoch werden sie sich irgendwann in der Zukunft an einen weiteren Zuwachs gewöhnen müssen. Ohne Hund ist dieser Haushalt nicht komplett. Aber das müssen sie jetzt ja noch nicht wissen.

In einem der nächsten Beiträge mag ich sie noch einmal einzeln vorstellen, damit ihr im Bilde seid.

Gehabt euch wohl und bis die Tage,

Dagmar

 

Katzen, Katzen, Katzen (1)

Nachdem mein Dödelchen überraschend, traumatisch für uns alle, einfach völlig unerwartet innerhalb einer Nacht verstorben ist, sind wir alle in ein tiefes Loch gefallen. Das Problem bei Familien ist, dass immer jemand da ist um dich zu trösten, aber leider ist auch immer jemand traurig. Ich glaube schon, dass wir ein gesundes Verhältnis zum Tod haben, er gehört nun mal zum Leben dazu, aber die eigenen Kinder so traurig zu sehen, tut doppelt weh. Dann ist da noch die eigene Traurigkeit. Einerseits fände ich es furchtbar wenn die Kinder denken würden, der Tod unseres Hundes würde uns nichts ausmachen, auf der anderen Seite mag man sie nicht andauernd traurig machen, wenn sie gerade mal nicht an das Loch denken, dass die wunderbare Olivia in unsere Herzen und Leben gerissen hat.

Lange Rede kurzer Sinn, das nach Hause kommen war ein einziger Alptraum. Jeden Tag aufs Neue. Mindestens 3 – 4 Tage habe ich noch Futter fertig gemacht bevor mir eingefallen ist, dass der Dödi tot ist. Wir haben uns also beratschlagt und festgestellt, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein Hund  einziehen kann. Ich wusste schon dass ich die Stelle wechsele, aber nicht wann. Im Sommer sollte Kind 2 auf eine weiterführende Schule gehen, mein Mann wartete auf die Zusage für einen mehrmonatigen Lehrgang. Seminare waren vereinbart, Events geplant. Alles Drehen und Wenden half nichts. Ein Hund zu diesem Zeitpunkt wäre totaler Egoismus gewesen. Das wollte ich aber nicht denn hin zu kam zum ersten Mal  das Gefühl , dass ich keinen neuen Hund will, sondern einfach nur den Dödi zurück. Nach über 23 Jahren Hundehaltung sind wir aber täglich nach Hause gekommen und fanden die Situation unerträglich. Was also tun?

Ich habe es zuerst ausgesprochen:“Wie wäre es mit einer Katze?“ Ich habe ja 14 Jahre mein Leben mit meiner Karthäuserkatze Mimi geteilt und es war schön. Anders als die Hundehaltung, aber schön. Da unsere Lebensplanung, wie oben beschrieben, einige Wendungen und Neuerungen erwarten ließ, war schnell der Gedanke geboren, dass der Einzug von 2 Katzen nur fair wäre. Schließlich haben auch Katzen das Bedürfnis nach Sozialkontak. Darum schied auch der Plan aus, 2 Babys aufzunehmen. Ich fand selbst 1/2 Tag Wartezeit zu lang für so junge Tiere. Außerdem können kleine Katzen sich im Eifer des Gefechts total gut selbst umbringen, in einem unbeobachteten Moment.

Das mein Mann sofort zustimmte, lässt tief blicken wie auch er unter unserem tierfreien Haushalt gelitten hat. Also machte ich mich auf die Suche nach 2 Insassen von Tierheimen und Tierschutzvereinen. Es gibt kaum etwas einfacheres. Katzen gibt es wirklich wie Sand am Meer. Schnell hatte ich ein Pärchen 1,5 Jahre alter Katzen und Kater gefunden, die aber am nächsten Tag schon vermittelt waren. Also weiter gesucht und im Tierheim fündig geworden.DFC7A44F-66FD-40AA-ACDF-22DE5D7D3CBF

Unter anderem mit diesem Foto wurden Molly und Leila beworben. 4 und 6 Jahre alt, kastriert, unzertrennlich und seit 1,5 Jahren im Tierheim. Kurze Rücksprache mit dem Anmichrangetrauten und schon vor seinem „okay“ mit Steffi aus dem Tierheim Kontakt aufgenommen. „Ja, sind noch da“, war alles was ich hören wollte. Mittags hab ich Kind 2 das Foto gezeigt, als sie aus der Schule kam. Sie hat mir gesagt, die sind ja ganz süß und wem sie denn gehören? Als ich ihr erzählt habe, dass Beide am nächsten Tag hier einziehen, ist sie in Tränen ausgebrochen. Also war die Sache fast besiegelt.

Als Kind 1 aus der Schule kam, hab ich auch ihm das Foto gezeigt und gefragt, was er von der Anschaffung hält. Er war sofort einverstanden. Ich habe mir vorher die Zustimmung der ganzen Familie gewünscht, weil ich weiß wie schnell es im Zusammenleben mit Tieren auch einmal darum geht, sich zurück zu nehmen oder auch mal etwas zu verlieren. Da wollte ich mir Sätze wie: “Ich wollte nie die Katzen“, gerne ersparen.

Da ich Urlaub hatte, bin ich also am nächsten Tag direkt ins Tierheim gefahren. Steffi war so lieb, mir nicht nur mit der ersten Grundausstattung auszuhelfen, sondern ließ mir auch etwas Zeit mit den Miezen. Der Lebenslauf war schnell geklärt, beide stammten aus dem selben Haushalt, hingen sehr aneinander uns sollten darum unbedingt zusammen vermittelt werden. Molly, die schildpattfarbene Katze war 4, Leila die Schwarze, war 6 Jahre alt. Als ich den Raum in dem die beiden untergebracht waren betrat, war Molly sofort zur Stelle. Sie war super zutraulich und aufgrund ihrer Färbung wunderschön. Okay, etwas mopsig aber ich fühlte mich ihr sofort nah. Sie nahm die Leckerchen freudig an, schubberte sich an meinem Bein und ließ sich laut schnurrend streicheln. Leila hielt Abstand betrachtete mich und fraß die geworfenen Leckerchen zögerlich. Jetzt muss man mir nicht unbedingt erklären, was für ein Stress ein Tierheimleben für alle Tiere bedeutet und das 1. Eindrücke fast nie mit dem übereinstimmen, was sich entwickelt, wenn man in einem Zuhause ankommt. Leila kam tatsächlich innerhalb der nächsten Minuten näher und ich konnte sie aus der Hand füttern. „Das wird alles gut“, dachte ich fröhlich und versuchte sie zu streicheln. Sie hat mir heftig auf die Hand geschlagen, gefaucht und kund getan, was sie davon hält dass ich ungefragt als Fremde in ihr Wohnzimmer stolziere und glaube, meine streichelnde Hand wäre ein echtes Geschenk. Ich gebe zu, ich habe kurz darüber nachgedacht, wie das wohl mit den Kindern klappt. Da mir Steffi aber erzählt hat, dass es dutzende Anfragen für die bunte Molly gegeben hat, aber niemand die langweilige schwarze Katze haben wollte, stand mein Entschluss fest. Die gehen mit. Und mir war klar, wenn die erst bei uns zu Hause sind, dann bleiben die. Egal wie sich was entwickelt. Wenn wir etwas in die Fingern gekriegt haben, dann geben wir es nicht mehr her. Ich mag meinen Kindern nicht vorleben, dass weg muss  was nicht funktioniert. Wir sind alle nicht perfekt und Tiere können eine Menge problematisches Verhalten entwickeln, was durchaus zu starken Einschränkung für das eigene Leben mit sich bringt. Aber mein Entschluss stand fest. Zumal ich es einfach unmöglich fand, dass Leute tatsächlich versuchen nur ein Tier aus einem Paar zu adoptieren, obwohl es nur zusammen vermittelt werden soll. Weil es eine „schönere“ Fellfarbe hat. Schlechter kann man einen Tierheimbesuch wahrscheinlich nicht beginnen. Da Molly so extrem extrovertiert war, fühlte sich die Hälfte der Besucher auch noch von der Katze „auserwählt“ und sofort sprechen dann alle sofort von „Liebe“ und sind entsetzt, dass sie das einzelne Tier nicht bekommen, obwohl es sie doch tatsächlich „ausgesucht“ hat. Manche Menschen haben als Kind wirklich zu viel Lassie geguckt.

Mir war vollkommen klar, dass der Großteil des Tages für die Katzen von Langeweile geprägt ist, der dann wiederum in Stress umschlägt, wenn immer wechselnde Menschen, wechselnde Abläufe durchführen. Das meine lieben Knusperkekse, ist keine Kritik, sondern Alltag im Tierheim. Wechselndes Futter, wechselnde Streu und in schlechten Wetterperioden Zimmerhaft tun ihr übriges. Das war mir alles vorher klar und darum wollte ich auch die kleine Schwarze, mit dem Kacknamen, mitnehmen, weil sonst vielleicht Beide in naher Zukunft keine Chancen gehabt hätten, das Heim zu verlassen. Das ich für diese Entscheidung, die ich als Mensch alleine getroffen habe, weder damals noch heute so etwas wie Dankbarkeit von den Tieren erwarten kann, ist doch logisch. So was erwarten nur Lassiezuschauer *prust*.

Während ich überall dieses nachdachte, biss mir Molly kräftig in den Finger, weil die Leckerchen aus waren….

Fortsetzung folgt.

 

Da bin ich!

Huch. Das war aber eine lange Tagebuchdepression!! Aber es ist kaum etwas passiert in der Zwischenzeit *muahahah* **ironieoff**.

Mein Vater ist 2017 gestorben, mein Hund auch. Fragt nicht. Ich habe seitdem 2 x den Arbeitsplatz gewechselt. Das kleine Kind ist nicht mehr in der Grundschule, das große Kind ist immer noch auf dem Gymnasium und heute haben wir seinen 12. Geburtstag gefeiert (Willkommen in der Pubertät). Wir leben jetzt mit 2 ähm, speziellen Katzen zusammen. Meine Mutter ist mehr im Krankenhaus als zu Hause und das ist für alle extrem anstrengend.

Die Hundeschule, meine Ehe und mich gibt es noch. Für den Anfang muss das jetzt erst mal reichen. Das war die Kurzfassung.

Als nächstes könnt ihr euch auf eine Vorstellung der beiden neuen Familienkatzen freuen. Die passen mit all ihren Macken und Eigenheiten ganz wunderbar zu uns!

Gehabt euch wohl und bis die Tage,

Dagmar