Eine Woche Mantrailing…

…vom Feinsten ist vorbei.

2 x im Jahr veranstalten wir, jeweils im Frühling und Herbst, eine Woche Mantrailing. Zwischenzeitlich hat sich der Name HMMI eingebürgert (Harz-Mountain-Mantrailing-Intensivwoche). Mantrailing, das weißt du bestimmt, bedeutet der Hund sucht nach der Individualspur eines Menschen. Wenn es gut läuft, eben nur nach diesem speziellen Menschen, von dem der Hund zu Beginn eine Geruchsprobe erhalten hat. Kopurlierende Paare, Pilzsammler und Sternengucker werden in Ruhe gelassen. Als Geruchsprobe geht so ziemlich alles was du dir vorstellen kannst: Jegliche Körperflüssigkeit, Dinge die nur kurz berührt wurden, Sachen auf denen man gesessen hat, abgebissene Kekse oder Zigarettenstummel, Barthaare oder Atemluft. Kein Wunder dass der Sport boomt, es gibt viele Möglichkeiten zu staunen oder sich zu ekeln.

Wir, meine Geschäftspartnerin Hanna und ich, laden 2 x im Jahr ein und was soll ich sagen, die Leute kommen.

Vorher (es liegen 6 Monate zwischen den Terminen) bin ich voller Vorfreude! Weil wir jedes Mal so viel Spaß zusammen haben. Unabhängig vom Wetter. So dass ich es kaum erwarten kann. Nur meine Füße, Knie und Hüften melden leise Zweifel an, weil sie sich an letztes Mal erinnern 😂.

Vergangenen Samstag war es wieder so weit. Abends starteten wir mit einem Kennenlernabend bei Fritze. Das ist Tradition. Manchmal gucken Neulinge sparsam, weil wir dort ausschließlich Currywurst und Pommes oder nur Pommes bekommen. Aber das gehört dazu. Der Abend endete fröhlich und es gab keine Klagen bei der Gruppeneinteilung und dem Terminplan für die Woche.

Sonntag starteten wir bei strahlendem Sonnenschein in Clausthal-Zellerfeld, am Rathaus. Da wir mehrere Gebäude zur Verfügung hatten, konnten jeweils 3 Teams mit Hanna im Gebäude suchen, während die anderen 3 mit mir den Neubau unsicher gemacht haben. Die Vormittagsgruppe sucht regulär von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr, was für 3 Hunde wirklich luxuriös ist. Für uns Trainer ist es ein Traum, weil jederzeit Toiletten in der Nähe sind.

Dieses Jahr wollten auch viel mehr Teams Fahrstuhl fahren, so dass dieses Mal nur 8 Stockwerke für mich zustande kamen.

Während da letztes Jahr 39 Stockwerke standen (ich war abends soooo tot, das kann ich gar nicht sagen). Die Nachmittagsgruppe mit ebenfalls 6 Hunden kam um 14 Uhr und durfte bis 17 Uhr suchen. Der Tag verlief bis auf eine Durchfallattacke und Hunde die Probleme mit dem Fußboden hatten, schön und harmonisch.

Abends nach dem Essen bespreche ich dann mit Hanna noch die Teams und was uns positiv und negativ aufgefallen ist bzw. woran weiter trainiert werden kann. Das Wochenfeedback gibt es dann am Freitag für jedes Team. An diesem Sonntag haben wir noch an einer theoretischen Prüfung für das Trainermodul 3 gearbeitet und eine E-Mail formuliert und dann war es aber auch gut.

Montags war das Wetter eindeutig schlechter. Da wir aber beschlossen hatten, den Hunden eine möglichst erholsame Umgebung zu bieten, waren wir an einem der Clausthaler Teiche.

Neben Regen gab es eben auch Hagel und Sonne ☀️. Letzteres hätte mir ja gereicht, aber wir wollen den Leuten auch mal was bieten. Unsere Aufgabenstellung und die Wünsche der Leute waren spannend und die Zeit verging wie im Flug. Mittags kehren wir oft bei einem Supermarkt mit Bäcker ein um die Toilette zu nutzen und ein heißes Getränk zu uns zu nehmen. Warum uns so viele Leute anglotzen, verstehe ich nicht.

Am Dienstag waren wir in einer Schule in Osterode. Da wir zum Teil drinnen und zum Teil draußen gesucht haben, waren wir auch nur halb so nass wie am Montag. Beides hat unglaublich viel Spaß gemacht, weil die Umgebung so abwechslungsreich ist. Drinnen warteten gefühlt 100 Räume auf uns während draußen Spielgeräte, Streichelwiese (mit Hasen, Enten usw.), Bauwagen, offenen Plätzen, Beos und Nymphensittichen in einer Voliere, eine echte Herausforderung dargestellt haben. Großes Kino. Gerne wieder!

Am Mittwoch ist offizieller Pausentag. Also eher für die teilnehmenden Hunde als für uns. Die Theorie am Abend wollte überarbeitet werden, die Strecken für die Helfer vermessen (Donnerstags ist Gruppenübungstag), die Geschichten geschrieben werden. Geruchsproben müssen angefertigt werden, die Helfer müssen die Strecken laufen und eingewiesen werden. Also langweilig war uns nicht. Um 18 Uhr haben wir uns im Landgasthof Trüter in Hattorf getroffen und die Teilnehmer auf die Übung am nächsten Tag eingestimmt. Es ist uns wichtig, dass niemand zu Schaden kommt und alle umsichtig und vorausschauend handeln (was soll ich sagen, das hat schon mal prima geklappt). Um 19 Uhr haben wir den offiziellen Teil verlassen und miteinander gegessen. Es ist nicht selbstverständlich, dass zu diesem freiwilligen Punkt alle TN dazu kommen. Und doch ist es so und wir haben den Abend mit Gesprächen, Spaß und gutem Essen sehr genossen!

Der Donnerstag steht dann immer im Zeichen der Gruppenübung! Jeweils 6 TN finden sich in einer reellen Geschichte wieder, in der jemand verschwunden ist und hoffentlich wieder gefunden wird. Die Gruppe organisiert sich alleine und profitiert von der Erfahrung der TN, die schon mehrfach mitgemacht haben und den innovativen Ideen der Frischlinge. So musste meine Gruppe sich auf die Suche nach der kleinwüchsigen Hattorfer Einwohnerin Claire Grube machen, die am Vortag nicht vom Sport nach Hause gekommen ist. Wer fragt bekommt auch ein Bild der vermissten Person:

Claire Grube ⬆️.

Hannas Gruppe war auf der Suche nach der 24jährigen Gitta Rensolo (meinen Wortwitz haben leider nicht alle verstanden), die nach einem Vorstellungsgespräch als Hundetrainerin nicht wieder aufgetaucht ist.

Beide Gruppen hatten von 9.30 Uhr – 13 Uhr Zeit, wobei immer nur ein Hunde gestartet werden darf. Was soll ich sagen? Zum ersten Mal haben beide Gruppen noch vor Ablauf der Zeit gefunden. Was war das für eine Freude!!!

Wir sind furchtbar stolz auf „unsere“ Leute. Dementsprechend euphorisch waren auch die Abschlussbesprechungen. Das war nur noch Jammern auf hohem Niveau, denn es lief so ziemlich alles ausgezeichnet!

Freitag stand schon unter dem Zeichen des Abschieds. Einige Teilnehmer sehen wir erst in einem Jahr wieder. Das ist verdammt lang! Aber die Sonne schien wunderbar, wir hatten Kaffee und Kuchen dabei und konnten den reichlich müden Hunden hoffentlich noch einmal richtig viel Spaß besorgen.

Zwischendrin und danach führten wir mit jedem Team einzeln ein Feedbackgespräch. Dazu haben wir kurz umrissen, was wir die ganze Woche notiert haben und es gab Hausaufgaben für die Zukunft. Gegen 14 Uhr blieb dann nur noch eine Knuddelrunde in der wir uns immer versichern, dass wir uns bestimmt alle Wiedersehen. Hoffentlich!!! ❤

Für mich ist es gleich ein doppelter Abschied, weil auch Hanna ihre Sachen packt und wieder nach Hamburg düst. Allerdings sehen wir uns dieses Jahr noch 2 x wieder :). Das ist auszuhalten.

Und wenn man dann nachmittags auf sein Sofa sinkt, angefüllt mit lustigen, großartigen und denkwürdigen Momenten, dann sind die Füße, Knie und Hüften scheissegal. Dann freue ich mich einfach wahnsinnig auf die nächste Woche im Frühjahr 2019!

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen und bis die Tage,

Dagmar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s