Dörren ist cool

Ich glaube, ich muss hier so etwas wie #Werbung hinschreiben. Obwohl ich das total bescheuert finde. Hab ich nämlich alles selbst gekauft. Und ob ihr das nun kauft oder nicht kann ich weder beeinflussen, noch hab ich was davon. Aber wat soll’s.

Hach. Mein Dörrautomat ist vorgestern angekommen. Hurra. Die Kinder haben mit den Augen gerollt und irgendwas von „neues Spielzeug für Mama“ gefaselt. Da ich sofort 2 zusätzliche Etagen geordert hatte, war ich ziemlich gut ausgerüstet. Ich will dann immer sofort loslegen. Leider musste man den Automaten nicht nur abwaschen (also die Etagen), das ist ja normal, sondern der sollte auch das erste Mal 2 Stunden leer laufen, weil es am Anfang zu unangenehmen Gerüchen kommen kann. Maaaaan. Also hab ich angeschaltet und was soll ich sagen, nix hat gerochen!

Als die Zeit um war, war es schon früher Abend. So was hält mich aber nicht ab. Zuerst hab ich die untere Etage mit Tomaten bestückt, 4 Etagen mit Äpfeln und den obersten Behälter mit Zitronenmelisse und Minze. Weil ich nach einer kurzen Internetrecherche 4 Stunden eingestellt hatte, musste ich bis 23.30 Uhr aufbleiben 😂. Dabei hab ich dann festgestellt dass a) die Äpfel und Tomaten noch lange nicht fertig sind und b) der Automat sich alleine abschaltet. Super, umsonst aufgeblieben. Die super trockenen Kräuter konnte ich entfernen (das wir ein feiner Tee) und gleich noch mal 4 Stunden starten. Übrigens war in der Küche ein ganz feines, würziges Aroma vom dörren.

Mein Dörrautomat hat übrigens 3 Heizstufen und kann bis zu 12 Stunden durchlaufen.

Am nächsten Morgen waren die Kinder heiß auf die Apfelscheiben. Die konnte man auch durchaus essen, aber ich fand sie immer noch zu feucht. Ganz zu schweigen von den Tomaten. Die hatte ich leider nicht in Scheiben geschnitten, sondern nur halbiert. Fehler. Puh, noch mal 4 Stunden angeschaltet und zur Arbeit gefahren. Mittags waren die Äpfel super, die Tomaten hab ich weggeschmissen. Immer noch zu feucht und nur eine Etage kann man nicht betreiben und ehrlich gesagt, hatte ich keinen Bock mehr.

Glücklicherweise kam mittags mit der Post das passende Buch für mein neues Hobby:

Wahnsinn, was man alles machen kann! Dabei dachte ich ehrlich gesagt, dörren ist ein bisschen öde. Natürlich hilfreich, weil man grössere Mengen Obst und Gemüse praktisch für Jahre haltbar machen kann, aber viel mehr Ideen hatte ich nicht. Dabei geht da soooo viel.

Mal abgesehen davon, dass ich nicht wusste, dass man den getrockneten Sachen auch wieder Wasser zufügen kann (einweichen) und sie danach wieder normal zu verarbeiten sind. Okay, von Pilzen wusste ich das schon. Aber da geht ja noch so viel mehr: Kräuter für Tees, Chili für eigene Chiliflocken, Fruchtleder, Gemüsebrühe, Gewürze, Müslis, Cracker, Brot und jede Menge Leckerchen für Tiere.

Und so las ich mich begeistert durch Rezepte wie Apfelringe mit Zimt/Zucker (heute 6 Etagen produziert, 4 sind schon von der Familie vernichtet), Kokos-Vanille-Bananen, Balsamico-Erdbeeren, Barbecue-Süsskartoffeln, Blaubeer-Lemon-Curd-Leder, Salzkaramell-Äpfel-Paste, Beef Jerkey, Schoko-Vanille-Haselnüsse Zitronenkekse, Flachbrot mit Walnüssen und viel, viel mehr.

Ich glaube der Dörri und ich, wir werden noch viel Spaß miteinander haben 😊.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen und bis die Tage,

Dörr-Ma

Wochenende

Hier war einiges los. Aber das ist ja irgendwie immer so. Am Freitagvormittag hatte ich einen relaxten Tag im Büro. Es stand nichts außergewöhnliches an und ich hatte netten Smalltalk mit meiner neuen Kaffeegang.

Meine Kaffeemaschine begleitet mich ja schon viele Jahre und ist das wichtigste Utensil, wenn ich ein neues Büro beziehe. Ich bin bekennender Kaffeejunkie und habe keinen Bock auf althergebrachte Kaffeegemeinschaften. Entweder muss man Striche machen, womit ich leben könnte, wenn dann nicht immer doch Gelabber aufkommt von wegen „Hui, das ist ja schon ihre 3 Tasse“. „Ja, Trullas“, möchte ich dann gerne sagen, „dafür hab ich auch 3 Striche gemacht“. Das kommt so mittelgut wenn man neu ist. So ähnlich läuft es auch, wenn abwechselnd ein Pfund Kaffee mitgebracht wird. Hinzu kommt, dass die Kaffeeküche oft 2 Stockwerke entfernt ist. Bei einem Teilzeitjob wäre ich dann die Hälfte der Zeit am hin und her laufen.

Also, eigene Maschine. Und weil die immer früh und gut gefüllt ist und ich gerne abgebe, finden sich schnell nette Mittrinker. Meine neue Kaffeegang steht also.

Um halb eins habe ich Feierabend gemacht und ein Kind von der Schule abgeholt, das Andere war schon zu Hause wegen Stundenentfall. Der Anmichrangetraute hatte bereits angefangen zu kochen und um 14 Uhr waren wir mit allem durch. Noch schnell eine Geburtstagskarte besorgt, Tasche gepackt und das jüngste Kind zu einer Feierparty (übrig gebliebenen Wort aus der Kleinkinderzeit) mit Übernachtung verabschiedet.

1 Stunde später Aufbruch in die Hundeschule und ein paar Einzelstunden. Witzigerweise war das Thema aller u.a. „Heimscheissen“. Damit ist gemeint, dass die Hunde auf dem Spaziergang zu angespannt sind, um sich zu lösen. Sie kacken also in den eigenen Garten. Wenn man Kot und Urin absetzen will, muss man nämlich etwas los lassen. Den Blasen-‚oder Schließmuskel. Über das Thema könnte ich Seiten schreiben. Die Hundehalter schleppen die Hunde (oft ganz Junge) stundenlang durch die Gegend. Die Tiere laufen mit vollen Blasen und Därmen noch unentspannter als eh schon. Nach Stunden die Heimkehr in den eigenen Garten und zack, die Hunde können sich lösen. Ich frage die Halter oft, wo sie am liebsten auf die Toilette gehen. Die Antwort ist immer gleich: Zuhause. Dann folgen in der Regel Hinweise, dass dies weder etwas mit Dominanz noch mit bescheuerten Rudelgedöns zu tun hat. Wir besprechen gemeinsam, wie die Alltagsroutinen und Umweltbedingungen verändert werden können, damit es zukünftiger häufiger und irgendwann immer, draußen klappt. Ich freue mich jedenfalls, wenn nach solchen Gesprächen ein Hund für eine Weile in den eigenen Garten machen kann, ohne dass die Welt untergeht. Das nimmt so viel Druck raus und ist oft schon die halbe Miete.

Um 19.30 Uhr war ich zu Hause. Das neue Einzelkind wollte seinen Status gerne mit Pizza feiern und wir taten ihm den Gefallen. Während die Männer durch das Fernsehprogramm gezappt haben, habe ich noch ein bisschen mein aktuelles Hörbuch über Kopfhörer gehört und bin beinah eingeschlafen. Gegen 22.30 Uhr lag ich im Bett und da ich mich heute nicht an eine Zeile des Hörbuchs erinnert habe, war ich wohl sofort im Land der Träume.

Um 3:10 Uhr ist mir Molly auf die volle Blase gesprungen und ich konnte nur mit reiner Willenskraft ein Unglück verhindern. Danach war an Schlaf nicht mehr zu denken und ich bin aufgestanden. Ich hab mir einen Tee gekocht, mich in die vom vorherigen Abend kuschelig warme Stube gesetzt und gelesen.

Um 5 Uhr war ich wieder so müde, dass ich noch mal für 2 Stunden ins Bett gegangen bin.

Nach dem Frühstück hat der Anmichrangetraute das kleine Kind abgeholt und sofort zum Fußballspiel gefahren. Dieses Mal hat sie bei den größeren D-Mädchen ausgeholfen und wieder gewonnen. Yeah. Bei mir hat sich heraus gestellt, dass die 1. Stunde ausfällt. Das hab ich sofort genutzt um mich meinem Haushalt zu widmen. Hätte alles so schön sein können, wenn ich nicht kurze Zeit später mit dem Wäschekorb die Treppe runter gefallen wäre. Himmel, das hab ich ja seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr gemacht und ich muss sagen, das brauche ich auch nicht wieder. Dann hab ich abchecken lassen, ob nichts gebrochen ist. Das alleine dauerte den restlichen Tag, so dass auch der Nachmittagsunterricht ausfallen musste. Ich sag es mal so, ich bin eine einzige Prellung. Ich kann kaum glauben, dass nichts gebrochen ist, so weh tut alles. Ja, auch das Steißbein 🤨.

Den Rest des Tages hab ich gejammert, rum gelegen, Englisch- und Lateinvokabeln abgefragt und innerlich gefeiert, dass ich mir nicht das Genick gebrochen habe. Hurra!

Heute stand es dann kaum besser. Irgendwie ist der Tag danach noch schlimmer. Trotzdem musste ich mich auf einen 60. Geburtstag schleppen und 6 Maschinen Wäsche waschen (ich hab schon um 6 Uhr angefangen).

Als ich vorhin auf dem Hof stand, ist die fetteste Spinne ever, auf mich zu gekrabbelt. Seitdem kann ich auch wieder schneller gehen. Ich werde also überleben!

Außerdem hab ich mir am Wochenende einen Dörrautomaten bestellt. Ich möchte Kräuter, Obst, Gemüse, Nüsse und Katzenleckerchen haltbar machen. Der Küchenfuhrpark wächst und wächst also 😊. Jetzt noch eine Woche und für die Kinder beginnen die Herbstferien und für mich beginnt die HMMI (Harzmountainmantrailingintensivwoche).

Und, wie war es bei euch so?

Bleibt mir gewogen und bis die Tage,

Prellma

Fragen 1 – 15

Da bin ich wieder. Also, die Beteiligung an den Fragen war ja nicht so dolle. Das kann beim nächsten Mal nur besser werden.

Dann will ich mich mal selber ans Werk machen.

1. Was war die beste Entscheidung die du bisher getroffen hast?

Egal in welcher Krise ich gesteckt habe, einfach immer weiter zu machen. Ich lebe wahnsinnig gerne.

2. Was würdest du gerne noch lernen?

Gott, so viel: Eine gute Mutter sein, nähen, stricken, zeichnen, französisch, gewaltfreie Kommunikation, Mediation, systemische Fragestellung, immer besser kochen und backen, immer besser trainieren, richtig zuhören, Bücher schreiben, Klavier spielen und und und….

3. Was ist dein Lieblingswochentag?

Sonntag. Früher war es der Samstag, weil 2 freie Tage vor mir lagen. Das ist sehr, sehr lange her. Seitdem die Kinder auf der Welt sind ist der Sonntag „Familientag“ (wenn ich nicht gerade ein Seminar gebe). Ich liebe die Sonntage die viel Zeit zum reden, spielen und unternehmen lassen. Leider oft auch für

viel Hausarbeit, weil ich das den Rest der Woche sonst nicht schaffe. Wer es sich mit mir richtig versauen will, ruft Sonntags an.

4. Was war der beste Rat den du je bekommen hast?

Es gibt immer eine gewaltfreie Lösung.

5. Hast du vor immer dort wohnen zu bleiben wo du gerade wohnst?

AUF ALLE FÄLLE. Hier ziehe ich nur mit den Füßen zuerst aus (oder wenn eine Zombie-Apokalypse droht).

6. Welches Buch hat dich bewegt?

Dutzende. Ich mag die gar nicht in eine Reihenfolge bringen. Ich nenne nur eins stellvertretend: Traumfänger von Marlo Morgan.

7. Verliebst du dich schnell?

Früher: Oh ja. Ein Blick und zack. Heute nicht mehr. Ich weiß sehr zu schätzen, was ich habe <3.

8. Deine Lieblingseissorte?

Ich esse nicht besonders gerne Eis.

9. Findest du Verhaltensweisen deiner Eltern bei dir wieder? Welche?

Aber ja. Humor, Energie, Tierliebe, Streitsucht, Kampfgeist.

10. Wen würdest du gerne Mal auf einen Kaffee einladen (wirklich ganz egal wen)?

Chirag Patel. Ein toller Trainer.

11. Dein peinlichstes Erlebnis?

Als ich bei einer Freundin übernachtet habe und morgens, ganz früh, auf die Toilette musste. Ich hatte die Brille nicht auf der Nase und bin blind ins Bad gestolpert. Als ich auf dem Klo saß, fielen mir die vielen Klamotten neben der Badewanne auf. Ich schaute nach links und da stand der nackte Mann meiner Freundin am Waschbecken und rasierte sich…

12. Gibt es ein Lied dass du immer hören kannst?

The promise you made von Cock Robin

13. Wofür würdest du deine letzten 10€ ausgeben?

Meine Familie.

14. Wann warst du das letzte Mal nervös?

Beim Vorstellungsgespräch.

15. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?

Die Vielzahl der kleinen Dinge. Die Menschen und Tiere die hier leben, der Geruch, der Garten, wie sich Sachen anfühlen. Mein Bett, meine Dusche, meine Toilette!

Vielleicht hat ja doch noch jemand Lust mitzumachen.

In diesem Sinne, bis die Tage,

Fragma.

Monntag

Nein, meine Rechtschreibung ist nicht noch schlimmer geworden :). Heute war allerdings der Montag, mein Sonntag. Kurz Monntag.

Am Freitag bin ich gemeinsam mit meinem Kollegen nach Marl aufgebrochen. Ein Wochenende Mantrailing stand auf dem Programm.

Wenn ich das so durchlese, hört es sich ganz normal an. In Wirklichkeit bin ich wie immer um 5.30 Uhr aufgestanden (bitte benutzt diese Information nicht, um mich schon früh morgens anzurufen -> Amoklaufgefahr). Ich habe alles erledigt, damit 3 Menschen satt und sauber das Haus verlassen können und die Katzen nicht die Bude abreißen. Dann hab ich bis viertel nach zwölf gearbeitet, bin in die Werkstatt gerast um die Sommerreifen noch mal nachziehen zu lassen und habe die Kinder von der Schule abgeholt. Der Anmichrangetraute hatte schon begonnen zu kochen: Spinat (würg), Kartoffeln und Rührei. Nach dem Essen musste ich die Tasche packen, dann tanken, noch etwas Wasser kaufen (nie wieder ohne etwas zu Trinken auf der Autobahn) und den Kofferraum leer räumen. Und zack, war es kurz vor 16 Uhr und Jörg war da (nicht meiner, ein anderer).

Dass liest sich schon eher wie es sich angefühlt hat. Leider 2 x Stau gehabt und darum erst gegen 19.30 Uhr in Marl eingetroffen. Eingecheckt, gegessen und dann lag ich gegen 23 Uhr im Bett.

Obwohl ich echt erschlagen war, konnte ich schlecht schlafen. Ich habe jedenfalls ziemlich lange mein Hörbuch gehört, immer weiter gestellt und konnte mich am nächsten Tag noch an alles erinnern.

Der Samstags war dann der 1. Praxistag. Wenn etwas unheimlich viel Spaß macht, dann vergeht die Zeit wie im Flug. 7 Stunden und 8 km später war der Tag schon wieder rum und wir zurück im Hotel. Das Schlechteste was man in dieser Situation tun kann, ist sich hinzulegen. Dann wieder aufzustehen ist die Hölle. Also bin ich in meinem Zimmer herum gestiefelt. Um 19 Uhr sind wir aufgebrochen in die Pfotenakademie, weil wir zum grillen eingeladen waren.

Was für ein netter Abend!! Es wurde gegessen, getrunken und ich habe viel gelacht. Herrlich! Meine Müdigkeit war wie weggeblasen. Gegen 23 Uhr haben wir die Party verlassen und eine halbe Stunde später lag ich im Bett.

Leider auch in der 2. Nacht schlecht geschlafen. Das ist ungewöhnlich. Die 1. Nacht in fremder Umgebung ist immer schwierig. Danach schlafe ich oft wie tot. Nun gut, nützt ja nichts. Nach dem Frühstück aufgebrochen zum 2. Praxistag.

Wie hatten wieder wunderbares Wetter, tolle Teams und viel Spaß miteinander. Gegen 17 Uhr waren wir im wahrsten Sinne des Wortes durch und es ging direkt auf die Autobahn. Dieses Mal zum Glück kein Stau und um 19.30 Uhr stand ich vor der Tür. Jörg verabschiedet, Wohnung betreten, Kinder geknuddelt, Katzen gefüttert, Gatten geknutscht. Da alle schon gegessen hatten, hab ich mir schnell ein Brot geschmiert und dann durften die Kinder erzählen.

Am Freitag waren sie wieder mit meiner Freundin auf einem Konzert. Dieses Mal spielten die NDR Philharmoniker und die Beiden waren hellauf begeistert, was auch an den Schnittchen lag die gereicht wurden :D. Am Sonntag hat das kleine Kind beim Fußballspiel 4 Tore geschossen. Was für ein Erfolg nach so vielen Niederlagen. Am Sonntag haben die Kinder mit dem Anmichrangetrauten eine Fahrradtour gemacht. Zuhause war auch ohne mich alles prima. Nur so kann ich übrigens beruhigt zum arbeiten weg fahren. Dafür bin ich mehr als dankbar!

Um 22 Uhr war ich hundemüde. Leider konnte ich die 3. Nacht in Folge nicht schlafen und um 4.30 Uhr bin ich aufgestanden. Das war gar nicht schlimm, weil ich heute frei hatte. Der Pläne hatte ich viele, aber um kurz nach 9 Uhr rief das Sekretariat der Schule an, weil eines meiner Kinder Bauchweh hatte. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Telefonaten, Terminen, einmal Haare schneiden für alle (ausgenommen die Katzen) und jetzt fallen mir praktisch die Augen zu vor Müdigkeit. Morgen darf ich endlich wieder arbeiten. Hurra. Ich beende den Eintrag um 22.04 Uhr und wünsche euch eine gute Nacht.

In diesem Sinne, bis die Tage,

Dagmar

Erzähl doch mal!

Heute würde ich mich echt freuen, mal etwas von euch zu lesen. Natürlich nur, wenn Ihr Lust habt. Die Kommentare bieten schon reichlich Platz dafür. Ich weiß, unter euch sind ein paar ganz scheue Rehe. Aber ich will ja keine Bilder oder persönliche Daten von euch. Ich würde gerne mehr erfahren, wer ihr seid, wovon ihr träumt, was euch umtreibt.

Ich schreibe 15 Fragen auf. Ihr entscheidet. Vielleicht wollt ihr gar nichts sagen (oh Gott, hoffentlich nicht, weil ihr nichts zu sagen habt 😳). Vielleicht wollt ihr nur einige Fragen beantworten die euch ansprechen (manchmal bin ich schon froh, nach Plänen oder Träumen gefragt zu werden) oder ihr habt richtig Lust alles zu beantworten. Ich lasse mich da einfach überraschen. Notiert einfach die Nummer der Frage und tippt eure Antworten ein, dann müsst ihr nicht alles abpinseln. So weit klar?

Obacht, es geht los!

1. Was war die beste Entscheidung die du bisher getroffen hast?

2. Was würdest du gerne noch lernen?

3. Was ist dein Lieblingswochentag?

4. Was war der beste Rat den du je bekommen hast?

5. Hast du vor immer dort wohnen zu bleiben wo du gerade wohnst?

6. Welches Buch hat dich bewegt?

7. Verliebst du dich schnell?

8. Deine Lieblingseissorte?

9. Findest du Verhaltensweisen deiner Eltern bei dir wieder? Welche?

10. Wen würdest du gerne Mal auf einen Kaffee einladen (wirklich ganz egal wen)?

11. Dein peinlichstes Erlebnis?

12. Gibt es ein Lied dass du immer hören kannst?

13. Wofür würdest du deine letzten 10€ ausgeben?

14. Wann warst du das letzte Mal nervös?

15. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?

Oh, es juckt mir in den Fingern. Da sind schöne Fragen dabei, finde ich <3.

Da ich am Wochenende auf Seminarreise bin, werde ich vorerst nicht dazu kommen, selbst zu antworten. Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen und bis die Tage,

Dagmar

Ein Scheiß muss ich…

Kaum nimmst du dein Onlinetagebuch wieder in Betrieb, kommen auch hier ganz schnell Profis auf den Plan, die dir erzählen wie es richtig geht. Richtig bedeutet in dem Fall steigende Besucherzahlen und irgendwann auch Geld verdienen.

Sagte ich eigentlich schon, dass ich das hier mache, weil es mir Freude bringt? Ich habe Kontakt mit Menschen, die nicht gerade um die Ecke wohnen und die trotzdem an meinem Leben teilhaben können. Sogar Fremde können hier teilhaben und wenn sie fröhlich und häufig kommunizieren, können wir vielleicht Freunde werden. Ich kann mich hier nach Belieben auskotzen, lustig machen oder rum heulen. Das alles ist für mich, als einfach gestricktes Mädchen, so selbstbelohnend, dass ich gerne schreibe. Für umme. Im Gegenteil, ich habe gerade 50€ investiert, damit ihr hier nicht mit Werbung zugeballert werdet. Das mag ich nämlich selbst auch nicht so gerne.

Nu kommt aber der Profi und verteilt seine Tipps. Die ersten sind kostenlos, damit ich später hoffentlich dem zahlungspflichtigen Club beitrete. Das ist ja in allen Branchen nicht unüblich und legitim, nur dass ich eben keine steigenden Besucherzahlen brauche und damit kein Geld verdienen muss. Ich habe nämlich schon 2 richtige Jobs.

Ich habe mir die Tipps angesehen und konnte gleich beim Ersten wieder aufhören. Da wird nämlich empfohlen, Beiträge zu beginnen mit Zahlen. Zum Beispiel: 7 Alternativen für Bier oder 5 Menschen von denen du etwas bahnbrechendes gelernt hast oder 33 Tipps gegen Erkältung.

Gut, dass wir mal darüber sprechen, weil genau das geht mir tierisch auf den Senkel. In der Hundetrainerszene ist das schon länger Usus. Zumindest weiß ich jetzt, wo das herkommt *seufz*.

Wenn ich lese „15 Gründe um mit Leckerchen zu arbeiten“ oder „7 Wege zur Leinenführigkeit“, „12 Argumente für gewaltfreies Training“ oder „20 Wege deinen Hund abrufbar zu machen“, dann schalte ich sofort weg bzw. fange gar nicht an zu lesen. Das nervt mich so sehr, weil es andauernd und überall benutzt wird. Inflationär. Als würde ich ein bestimmtes Thema nicht lesen, weil ich nur eine Erkenntnis gewinne. Nein, da schreit mich so ein Text an, hier kriegst du aber stattdessen 17 Punkte aufgezählt. Da müssen wir nicht darüber reden, dass einige dieser Gründe schon an den Haaren herbei gezogen wirken, Hauptsache es sind 17.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich arbeite gerne und gewaltfrei mit Hunden. Ich füttere für gute Leistungen gerne mal eine Tonne in den Hund, ich mag Leinenführigkeit und kann Abrufbarkeit ganz passable erklären. Aber dieses, ich weiß nicht wie ich das nennen soll, Marketing- oder Publicitygedöns geht mir unheimlich auf die Nerven. Und obwohl ich so erfolglos bin, weiß ich genau was mich selber anspricht: Authentizität, Lebendigkeit, Ehrlichkeit und Humor. Jede Menge Humor. Tonnen davon. Davon können wir heutzutage gar nicht genug haben, davon will ich immer mehr, mehr, mehr!! Kennt ihr solche Blogs? Dann lasst mich teilhaben!

Jetzt kann man natürlich behaupten, hömma, die sind erfolgreich und du nicht. Jupp. Mir egal. Ich will Beiträge schreiben und keine Werbeannoncen. Und so kommt es, dass ich von den 51 kostenlosen Tipps, 3 überflogen habe und da die und alle weiteren mit Zahlen beginnen die ich eintragen soll, bin ich raus.

Aber so muss man das machen um die werte Leserschaft zu unterhalten, steht da, dann haben sie (gemeint seid ihr) einen Mehrwert. Und darauf mag ich euch zurufen: Einen Scheiß muss ich, werte Leser.

Nochmal, das hier ist keine Firma. Dahinter stehe ich und sonst niemand. Ich will damit erreiche euch im besten Fall gut zu unterhalten. Mehr nicht. Das ist praktisch meine Wohnung hier. Deswegen mag ich auch keine ungefragten Ratschläge in den Kommentaren. Alles was ihr mir in meinem Wohnzimmer ins Gesicht sagen würdet, dass dürft ihr auch hier schreiben. Bei allem anderen sollten ihr vielleicht einfach den Blog schließen und schlafen gehen :).

Ich bin jetzt schon so lange auf der Welt, dass ich frage wenn ich etwas wissen möchte. Ansonsten lebe, liebe, lache, lerne, streite und mache ich meine Fehler ganz alleine. Ohne Hilfe der klugscheissenden Internet-Trolls.

Ich bin so froh, dass das zwischen uns geklärt ist 😀

Ihr könnt euch jetzt gern 26 Wege ausdenken, wie ich euch ins Bett bringe.

In diesem Sinne, gehabt euch wohl und bis die Tage,

Scheiß-Ma

Test

So, nun können wir testen, ob ihr als Follower alles richtig gemacht habt. Wenn ihr eine Benachrichtigung über diesen Eintrag bekommt, dann seid ihr auch künftig auf der sicheren Seite. Wenn nicht, Pech, ne? Dann müsst ihr halt den entsprechenden Button noch ein bisschen suchen.

Damit der Eintrag nicht so super kurz ist, lasse ich euch gerne teilhaben, warum ich ca. 15 Minuten im Fahrstuhl des Rathauses verbracht habe.

Mittags muss ich mich oft sputen, weil ich an ein paar Tagen meine Kinder von der Schule abhole. Mit dem Auto, denn die Schule ist rund 10 km entfernt von unserem Wohnort. Ich glaube nicht, dass ich eine Helikoptermutter bin (vermutlich denken das aber alle von sich selbst). Wenn aber das Gepäck der Kinder fast so schwer ist, wie das entsprechende Kind, dann macht das was mit mir. Erst Mal Wut auf das System. Danach macht mir das dann Sorgen, dass sie sich den Rücken, die Hüfte, Knie oder Füße kaputt machen. Ich hab sie ja nicht auf die Welt gepresst um sie gleich wieder kaputt zu machen. Also versuche ich an schlimmen Trage-Tagen eine gute Mutti zu sein. Tief in meinem inneren glaube ich fest daran, dass man Kinder und Tiere nicht zu „viel lieben“ oder „loben“ kann. Trotzdem scheint das einige Mitmenschen zu stören, was mir grundsätzlich schnurzpiepegal ist. Vermutlich sind das die, die selber zu wenig Liebe und Lob abbekommen haben. Und nein, viel, heftig und ehrlich zu lieben hat nichts zu tun mit Grenzenlosigkeit und ohne Grenzen aufzuwachsen.

Aber lasen wir das, darum gehts ja heute nicht. Ich bin also knapp dran und hetze zum Fahrstuhl. Der bedient 5 Etagen. Ich sitze in der 4., die Stempeluhr ist in der 3. und das Auto steht in der Tiefgarage. Wenn man schlecht oder gar nicht lesen kann, ist das Ganze auch noch mit hübschen Farben markiert.

Ich drücke und warte auf den Fahrstuhl. Das kann dauern weil der echt laaaaaangsam fährt.

Als er da ist, steige ich ein und während sich die Türen schließen, fällt mir ein, dass ich vergessen habe, einer Kollegin etwas zu schicken. Vor Schreck drücke ich die 5. Da musste ich nun wirklich bisher noch nie hin. Ich stöhne, denke an die vergessene Mail und drücke den Knopf für die 4. Wir erinnern uns, da musste ich gar nicht hin, da kam ich ja her.

Ich drücke jetzt in einer Anwandlung von Zeitstress die 2 (hä?) und dann erst die Tiefgarage, also 1. Der Fahrstuhl hat jetzt auch Stress, arbeitet aber alles im Zeitlupentempo korrekt ab. Zu meiner unendlichen Freude, öffnen und schließen sich die Türen in 2 mehrmals, ohne dass wir losfahren! Endlich, ganz unten angekommen fällt mir ein, dass ich mich nicht ausgestempelt habe (wäre die 3) woraufhin ich aber stattdessen die 4 drücke (meine Arbeitsetage) und dann die 3, damit ich mich endlich ausstempeln kann und zum Schluss wieder die Tiefgarage.

Liebe Steuerzahler, ich bin heute auf eure Kosten minutenlang Fahrstuhl gefahren. Ich verspreche, das mache ich morgen irgendwie wieder gut.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen und bis die Tage,

Fahr-Ma

Landleben vs. Realität

Kennst du das? Manchmal hab ich einfach Lust Lebensmittel selber zu verarbeiten. Wie früher meine Oma. In meiner Vorstellung werkele ich dann in der Küche und produziere gar wundervolle Dinge. Selber Brot backen, Nudeln machen, Marmelade und Geele einkochen, Säfte und Liköre herstellen. Hab ich alles schon gemacht. Ich bin immer auf der Suche nach einfachen, köstlichen Rezepten für die ich regionale Produkte verwenden kann und wenn es super läuft, sogar alles was unser Garten und die Hühner hergeben. Meistens gelingt das und es ist ein befriedigendes Gefühl, Nahrungsmittel zu verarbeiten und haltbar zu machen. Mich entspannt das und ganz oft bekomme ich Anerkennung in Form von Sätzen wie: Mama, das schmeckt so lecker! Wenn das kein Ansporn ist.

So ist es also nicht verwunderlich, dass ich vor einiger Zeit, bei einer Leserunde durch die Blogs die ich sehr mag, aufmerksam verfolgte, wie jemand selber Birnensaft produziert. Fein. Da wir zwei alte Birnenbäume haben, die alle zwei Jahre reichlich tragen, kam mir das sehr gelegen. 300kg Birnen hatte der Anmichrangetraute schon zur Mosterei gefahren. Ich googelte glückselig nach Rezepten mit Birnen und kochte 5 Gläser Birnen-Zwiebel-Chili-Chutney. Sehr lecker! Frohen Mutes dachte ich an den Birnensaft, der ganz ohne den Zusatz von Zucker nur minimal erhitzt wird. Jetzt hab ich nichts gegen Zucker, vermutlich nehme ich jeden Tag ein Pfund davon in allen möglichen Lebensmitteln zu mir, aber wenn ich heile Welt spiele, dann richtig.

Alles was ich für den Birnensaft benötigte war, neben Birnen, noch einige Glasflaschen und ein Kochthermometer. Einen Entsafter nenne ich schon mein eigen. Ich zog also letzte Woche los und besorgte einige Flaschen. Ein paar verstaubte Bügelflaschen mit Holunderbeersirup von 2014, fand ich noch in der Vorratskammer und entsorgte ihn gleich. Der Fortschritt mach ja auch vor Flaschen nicht halt und so kaufte ich hübsche Exemplare mit Twist-Off-Deckel und Metallschraubverschlüssen. Einzig beim Kochthermometer gab es Probleme. Ich bekam es nirgendwo im örtlichen Handel. Entweder war das Letzte gerade verkauft oder es hatte nie welche gegeben. Nach dem 4. Laden hatte ich die Schnauze voll und bestellte beim großen A….. im Internet. Leider war es schon Donnerstagabend, so dass mit einer Lieferung am Freitag nicht mehr zu rechnen war. Schaade. Jeden Tag lief ich an den Körben voller Birnen vorbei und war vorfreudig. Am Samstag dann endlich die Nachricht, dass das Produkt heute zugestellt wird. Hurra. Dummerweise musste ich den ganzen Tag in der Hundeschule arbeiten obwohl ich so gerne mit der Produktion begonnen hätte. Heute war es dann endlich so weit. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit meiner Familie machte ich mich an die Arbeit.

Die Flaschen die schon ausgewaschen waren, wurden ausgekocht. Der Entsafter rein geholt und nach erneutem auswischen zusammen gebaut. Birnen gewaschen, geputzt und gestückelt. Der Anmichrangetraute hatte mittlerweile Speierlinge gepflückt, die in kleinen Mengen dazu sollten. Eine sehr nützliche alte Obstsorte, die durch ihre Bitterstoffe und das Pektin für eine noch bessere Haltbarkeit sorgen.

Die ersten 3 Durchgänge mit dem Zentrifugalentsafter klappten einwandfrei. Dann wurde das Gerät lauter. Als ich gerade überlegte, ob ich den Sammelbehälter leeren soll, fing es an zu qualmen. Ich gebe zu, meine Motivation erlitte da zum ersten Mal einen Knick. Der Anmichrangetraute baute alles auseinander während ich den nur mäßig gefüllten Behälter mit Saft in einen Kochtopf schüttete. Das Ganze muss nun bei 70 Grad zwanzig Minuten erwärmt werden. Auch das hatte ich mir irgendwie leichter vorgestellt. Auf kleiner Flamme kam ich nicht über 50 Grad, auf großer Flamme schnell über 80 Grad. Bei 71,7 Grad stand ich dann 20 Minuten mit dem verfickten Thermometer in der Hand und regelte fröhlich hoch und runter, zog den Topf von der Platte und stellte ihn wieder darauf. Wie meine gelassene, souveräne Oma kam ich mir nicht vor. KEIN BISSCHEN.

Nach der Erwärmungsphase schüttet ich den Saft, der mit unfassbar viel Schmodderschaum versetzt war, in ein mit einem Küchentuch ausgelegten Sieb. Das Tuch kräftig drehen, Pfoten verbrennen und voila, unten kommt noch viel weniger Saft raus, als es eh schon war. Ein Blick auf die 27262618 ausgekochten Flaschen, horchen wo die Kinder sind und fluchen wie ein Bierkutscher.

Im Hintergrund hat der Anmichrangetraute die Scheissentsafter wieder flott gemacht und die nächsten 3 kg Birnen und ein paar Speierlinge durchgejagt. Mein durchgedrückten Saft sollte jetzt, nach Vorbild aus dem Internet, noch durch einen Kaffeefilter in die Flasche gefiltert werden. Kein Problem, wenn dafür wie auf Bildern gesehen, diese honigfarbene, klare Flüssigkeit in die Flaschen tröpfelt. Also hab ich meine vorhanden Kaffeefilter aus feinstem Plastik heraus gekramt (jaaa, ich hatte in den letzten Jahren auch mal Bock auf handgefilterten Kaffee), Papiertüte einsetzen und los.

Nix und los. Die ersten 2 Milimeter waren schnell durchgelaufen, danach ging gefühlt nichts mehr. Nach 30 Minuten hab ich eine neue Filtertüte eingesetzt. Gleiches Spiel. Nach 1 1/2 Stunden war eine sehr, sehr kleine Flasche voll und ich mit den Nerven am Ende. Also hab ich ab sofort den Saft in Flaschen gefüllt, der nach der unsäglichen Küchentuchdrückerei heraus tröpfelte. Ironischerweise sah er genauso aus, wie die Plörre, die durch den Filter getropft war. Fuckmistpiss.

Dann hab ich den Rest verarbeitet, den der Anmichrangetraute entsaftet hatte. Also wieder an Kochpott stehen, nie genau 70 Grad erreichen und alles durch ein Tuch seihen.

Jetzt, nach über 4 Stunden, bin ich stolze Besitzerin von 6 1/2 Flaschen Birnensaft, die allerdings noch 10 Minuten bei verschissenen 90 Grad eingekocht werden müssen. Die Küche sieht aus wie Sau, die Kinder fragen minütlich wann sie den endlich trinken können und aus unerfindlichen Gründen, hab ich schlechte Laune. Vermutlich wird der Saft Kacke schmecken, denn die Speierlinge habe ich eben probiert. Entsetzlich bitter UND sauer. Dreckszeug.

Und den blöden Birnenkuchen, backe ich jetzt auch nicht mehr.

Also, scheiss die Wand an und bis die Tage,

eure Saft-Ma

Notiz an mich selber: Birnensaft kaufen!

WMDEDGT?

Die Abkürzung oben steht für „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“? Jeden Monat am 5., ruft Frau Brüllen die Onlineblogger dazu auf mitzumachen. Ich lese an diesen Tagen besonders gerne bei anderen Leuten mit. Manche haben so vollgepackte Tage, dass ich alleine vom lesen müde werde. Manchmal fühle ich mich selber schrecklich faul. Manchmal finde ich meine eigenen Tage gruselig oder ganz schön. Je nachdem auf welchen Wochentag sie fallen. Also gucken wir heute mal bei mir.

Der Wecker klingelt um 5.20 Uhr. Ich drücke noch 2 x auf die Schlummertaste, weil der Anmichrangetraute zuerst ins Bad muss. Er liegt aber noch friedlich schnorchelnd neben mir. Die Zeiten in denen ich mich darüber aufgeregt habe, sind lange vorbei. Ich könnte nämlich selber als Erste ins Bad gehen (nö, müüüüde) oder ich mache eben nachher alles etwas schneller. Um 5 vor 6 Uhr kann ich ins Bad. In 20 Minuten bin ich geduscht und angezogen. Nahtlos suche ich den Kindern Anziehsachen heraus und wecke jeden so wie er es mag (Rücken kitzeln, Gesicht streicheln). Nachdem ich das Gefühl habe sie sind einigermaßen wach, gehe ich die Katzen füttern. Während mein Mann die Brote schmiert, drehe ich eine Runde durch die Katzenklos. Danach ist es Zeit für die 1. Tasse Kaffee. Ab sofort rufe ich im 5 Minuten Takt nach oben, die Kinder sollen aufstehen.

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Ich liebe es, wenn ich den 1. Kaffee draußen trinken kann.

Mein Mann fährt zur Arbeit, nachdem er die Hühner raus gelassen hat. Während ich die Brote und das Trinken eingepackt habe, trinke ich draußen meinen eigenen Kaffee. Kind 2 kommt nach unten und klagt über beginnenden Rotz. Nach einem Löffel Manukahonig geht es schon besser. Ich frage nach Frühstückswünscheb, weil das wirklich jeden Tag variiert. Mal darf es kleingeschnippeltes Obst sein, Müsli, ein Marmeladentoast, ein Toast mit Butter und Salz, eine getoastete Waffel, ein Joghurt oder eine Käsestange. Nachdem das Kind im Bad ist, rufe ich Kind 1 häufiger, die Antworten kommen zunehmend aggressiver. Kind 2 ist im Bad fertig und Kind 1 taucht auf. Meistens mag es nur trinken. Heute lässt es sich zu einem Toast hinreißen, wobei dafür gefühlt keine Zeit ist, aber irgendwie schafft er es immer. Werden halt auf der Toilette die Schuhe angezogen, während die Zahnbürste mit der anderen Hand bewegt wird. Soll noch mal einer sagen, Männer wären nicht multitaskingfähig…

Während Kind 2 schon lange am Bahnhof steht, verlässt jetzt auch Nummer 1 mit fliegenden Haaren das Haus. Ich bringe den Hühnern, die eigentlich schon fertig gefüttert sind, die Schulbrote vom Vortag und oder die Reste vom Frühstück. Muss ich nicht extra erwähnen, dass sie mich ganz gerne mögen, ne?

Ich gehe jetzt ins Bad, putze meine Zähne und lege gesichtsrestaurationstechnisch noch mal Hand an. Eine viertel Stunde später bin ich abfahrbereit und mache mich auf den ca. 20 km langen Weg nach Clausthal-Zellerfeld. Mist, beim einsteigen sehe ich, dass ich noch tanken muss. Wollte ich eigentlich abends erledigen, bin aber nach dem Unterricht drüber weg gestorben. Muss ich also vorher machen. Dann aber geht es endlich los in den Oberharz.

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Das scheint ein richtig schöner Tag zu werden. Aber darüber können wir uns diesen Sommer wohl kaum beklagen. Während der Fahrt höre ich mein aktuelles Hörbuch „Der Abschiedsstein“, von Tad Williams. Es ist der 2. Band einer Triologie. Ähnelt ein bisschen der Weitseher-Saga und ich mag es. Irgendwie ist die Fahrt beim hören immer zu kurz. Angekommen fahre ich mein Auto in die Tiefgarage.

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Wie niedlich mir die 4 vorkommt, nachdem am Wochenende in Bochum, fünfstellige Nummern im Parkhaus vergeben waren :D.

ich sitze im 2. Stock, was aber im Enddefekt 4 Etagen wären und deswegen geht es jetzt dahin:

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Solltest du, liebe Leserin, eine sportbegeisterte, bewegungsfreudige und treppenaffine Person sein, dann behalt es einfach für dich, okay?

Nachdem ich mein Büro betreten habe und alle Fenster geöffnet sind, passiert jeden Morgen das Gleiche. Erst Rechner an, dann Kaffee. Viel Kaffee. Ich bin noch nicht lange da (etwas über 2 Monate), habe aber schon einige KollegInnen abhängig gemacht von meinem Kaffeeservice. Ich bin eben gerne gesellig!

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Den Rest des Tages verbringe ich damit, anderer Leute Termine zu koordinieren, anderer Leute Telefongespräche anzunehmen, Anmeldungen zu verschicken, Absagen zu erteilen, der Chefin die Unterlagen für die Meetings zu geben, Rücksprache zu halten, mehr Kaffee zu kochen, Kaffeegeschirr abzuräumen und meine direkten Kollegen zu bespaßen. Immer wenn ich das Gefühl habe, dass jetzt unmöglich noch irgendeine Telefonnummer, ein Termin oder ein neuer Name in meinen Kopf passt, ist auch schon wieder Feierabend (wo bleibt nur die verdammte Zeit?). Ich bin schon wieder länger da als ich wollte und muss mich jetzt sputen.

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Da sich der Verkehr staut, ist es so spät, dass ich die Kinder auch von der Schule abholen kann. Heute haben die Beiden zum Glück zeitgleich aus. Frau muss auch mal Glück haben, denn manchmal fahre ich tatsächlich zweimal (wenn die Kinder ihr Instrumemt, den mörderisch schweren Rucksack und die Sporttasche dabei haben zum Beispiel).

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Geschafft, ich bin 3 Minuten vor Schulschluss da. Die Kinder freuen sich über den unerwarteten Service und wir fahren nach Hause. Was soll ich sagen, die Katzen haben auch schon wieder Hunger.

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Für die Kinder wähle ich heute den Nudel-Joker, weil es mittlerweile 13:40 Uhr ist. Obwohl ich wirklich gerne koche, brauche ich dafür Zeit. Die habe ich gefühlt nicht, wenn wir   nicht erst um 15 Uhr essen wollen. Da wäre ich manchmal froh, wenn meine Kinder in der Schule essen würden. Das wäre jetzt, nachdem beide auf dem Gymnasium sind zwar möglich, aber sie wollen nicht. Nun denn, ich mag es wenn wir zusammen essen und uns von unserem Tag erzählen.

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Nudeln machen glücklich 😀. Anschließend nehme ich mir ein paar Minuten Zeit für mich. Ein kleiner Espresso draußen und dabei in den frisch gelieferten Kochbüchern schmökern, schütten bei mir ebenfalls Dopamin aus.

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Anschließend frage ich meinen Nachwuchs, wann sie ihre Hausaufgaben erledigen wollen. Ja, das können sie selber entscheiden. Warum sollen sie nicht am besten wissen, ob sie eine Pause brauchen und später anfangen oder gleich anfangen und den Rest des Nachmittags frei haben. Bei uns klappt das gut. Kind 2 schnorchelt noch ein bisschen mit dem Schnupfen und hat gerade generell mit der Eingewöhnung in die neue Schule zu kämpfen. Sie entscheidet sich für einen Mittagsschlaf. Kind 1 macht Musik. Also alles wie immer. Ich mache das allernötigste im Haushalt, weil ich sonst nur Sonntags dazu komme. Am dringendsten ist das

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und das

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Danach fange ich schon mal mit den Birnen an. Die wollen unbedingt runter und poltern auch schon mal aufs Autodach. Am liebsten würde ich einen Teil sofort verarbeiten, ich habe geile Rezepte für ein Birnen-Zwiebel-Chili-Chutney (lecker zu Käse), einem Birnen-Schoko-Kuchen und einem Feldsalat mit Birnen, Ziegenkäse und Walnüssen. Aber ich hab keine Zeit und das nervt mich gerade. In der Küche zu probieren, zu kochen und einzumachen entspannt mich und ich täte das gerade wirklich gerne. Menno.

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Der Anmichrangetraute wird nach Feierabend pflücken solange noch Tageslicht da ist. Ich suche zwischenzeitlich eine E-Mail. Wie gut, dass ich vieles lange aufhebe. Langsam müsste ich aber wirklich mal aufräumen 😂.

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Ich finde die Mail. Hurra. Das ist ausnahmsweise mal gelaufen wir am Schnürchen. Da heute eine Gruppenstunde ausfällt habe ich stattdessen einen Termin mit dem zauberhaften Kalle ❤ und seinen Leuten.

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Ich überziehe die Stunde minimal (30 Minuten). Auf dem Rückweg halte ich schnell vor dem Rewe und besorge etwas zum Abendessen. Als ich heim komme, pflückt der Anmichrangetraute noch, die Kinder machen Hausaufgaben, die Katzen haben wieder Hunger. Nun denn, an die Arbeit.

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Zuerst erledigen wir, was die Kinder alleine nicht hinbekommen haben. Dann gibt es Camembert mit Preiselbeeren.

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Nach dem Essen haben die Kinder noch zusammen Musik gemacht. Seit Kind 2 die Trompete hat, gibt es für beide kein halten mehr. Ich finde das ganz großartig auch wenn es immer mal wieder Momente gibt, an denen meine Ohren einfach gar nichts mehr hören wollen. Während ich also draußen sitze, ist im Musikzimmer das Fenster auf und ich muss raten, ob sie Jazz, Pop, Klassik oder Volkslieder spielen. Ja, ne, ist klar. Naja, meine treuen Facebookfreunde kennen ja einige Musikfilmchen aus dem Hause S.

Nachdem wir besprochen haben was morgen anliegt und beide ihre Taschen gepackt haben, geht Nummer 2 erst ins Bad und dann ins Bett. Kind 1, älter, weiser und diskussionsfreudiger darf 45 Minuten länger aufbleiben (turnt aber jetzt gerade auch noch mal hier rum, weil es ungeklärte Fragsen zum Universum gibt *seufz*) und marschiert dann, unter Protest, ins Bett.

Ich sitze jetzt seit ungefähr einer Stunde hier und pfriemele den Text übers Handy ins Netz. Und jetzt reicht es auch, finde ich. Vielen Dank, wenn ihr bis hierher mitgekommen seid durch meinen Tag.

Gehabt euch wohl und bis die Tage,

Dagmar