Yeah!

Noch 2 Wochen und der Rest von dieser und dann fahre ich mit den Kindern in die Mutter-Kind-Kur. Witzig, was für Reaktionen das manchmal auslöst. „Was fehlt dir?“ haben mich einige Mitmenschen gefragt. Ich habe erst mal in mich gehorcht. Mir fehlt nichts. Ich habe eine Familie, 2 Jobs, einer sichert meine Existenz, einer macht mich glücklich. Ich habe einen Dödi. Meine Eltern leben noch und vergöttern ihre Enkelkinder. Mir fehlt wirklich nichts, ich fühle mich sogar privilegiert. Eine solche Kur tritt man aber auch nicht an, weil einem etwas fehlt, sondern damit es so bleibt. Das, gebe ich zu, wußte ich bisher nicht. Sonst wäre ich schon längst gefahren. Mein letzter Urlaub war 2004. Da waren die Kinder noch nicht geboren. Ich brauche nicht so unbedingt wegfahren, ich fühle mich zu Hause sehr wohl. Dennoch gibt es Tage, in denen ich mich fühle wie im Hamsterrad. Ich bin sicher, die meisten von euch kennen das. An einem besonders anstrengenden Tag im letzten Jahr, habe ich deswegen Erkundigungen eingezogen. Wie wird so etwas beantragt. Wem steht das zu ? Ich weiß, dass es da draußen Mütter und Väter gibt die härter arbeiten als ich, mehr Kinder haben, weniger Geld, weniger Gesundheit, weniger Nerven. Darum war ich echt überrascht, dass der Sinn einer solchen Kur tatsächlich ist, die Batterien aufzuladen. Etwas für sich zu tun, was nicht Arbeit ist.

Frau muss nicht total am Ende sein, unheilbar krank, alleinerziehend mit 10 Kindern und im Plattenbau einer Großstadt wohnen. Das fand ich toll. Durch ein freies Mütterhilfswerk habe ich mir die Unterlagen besorgt. Einen Zettel bekommt der Hausarzt zum ausfüllen. Gemeinsam haben wir geguckt, wie es mir so geht. Übergewicht – Check, rauchen – Check, manchmal schlaflos – Check, bisschen Schilddrüsenkram – Check, Knicksenkspreizfüße – Check. Nichts weltbewegendes. Beim ausfüllen der Selbstauskunft bin ich dann doch manchmal ins Grübeln gekommen. Alleinerziehend oder Mann mit häufigem Abwesenheitszeiten – Check, Kinder unter 10 Jahren – Check, Job – Check (da war nur Platz für einen, ich hab trotzdem 2 rein geschrieben, weil ich bei beiden fast gleich viel Zeit verbringen), pflegebedürftige Angehörige – Check gleich zwei. Zusammen mit dem Haus, den Gärten, dem schulischen Drumherum  hätte ich mich fast selber bemitleidet. Auf dem Papier sah das ganz schön Horror aus. Dabei ist es das gar nicht. Das ist mein Lebensplan. Den hab ich mir so ausgesucht. Ich bin nicht fremdbestimmt. Ich will alles und möglichst viel davon. Das musste ich mir nach dem Ausfüllen erst mal wieder klar machen und schon ging es mir besser. Puh.

Die Zusage der Krankenkasse kam dann rasant schnell innerhalb einer Woche. Ich hab sogar vorher noch einen Anruf bekommen, in dem man mir mitteilte, dass man die Bearbeitung schnell voran treiben wolle. Was für ein toller Service. Da ich noch nie zur Kur war, wurde ich natürlich auch gefragt, wann ich fahren wollte und vor allem wohin. Hm, im Grunde war mir das egal. Da ich mir etwas aussuchen durfte, wünschte ich mir einen Platz am Meer und so schnell wie eben ein Platz frei war. Jetzt geht es also im Februar an die Ostsee. Gleich tauchten wieder kritische Stimmen auf. Warum fährst du nicht im Sommer ?? Warum fährst du nicht an die Nordsee/Berge/in die Nähe einer Stadt.

Erstens haben meine Kinder noch nie das Meer gesehen und wünschen sich das sehr. Ich mag die Ostsee schon immer. Vermutlich weil das Wasser immer da ist :). Natürlich wäre auch ein Besuch im Sommer schön. Wenn ich aber nicht alles falsch verstanden habe, dann geht es darum, dass ich meine Akkus wieder aufladen soll. Je eher desto besser. Ich freue mich so darauf nicht abzuwaschen, nicht einzukaufen, keine Telefonate, keine Mails, kein Unterricht, keine Seminare, keine dienstlichen Konflikte. Jede Menge Zeit für die tollsten Kinder der Welt. Genau, ich habe nicht vor, meine Kinder den ganzen Tag fremd betreuen zu lassen. Selbst wenn das ginge. Ich möchte 3 Wochen Zeit mit ihnen verbringen, an die wir uns hoffentlich noch sehr, sehr lange erinnern werden. Einfach mal raus aus dem Alltag. Lediglich den Anmichrangetrauten und den Dödi werden wir sehr vermissen. Mein Mann arbeitet in dieser Zeit halbtags und hat so genug Zeit, sich mit dem verlassenen 3. Kind zu beschäftigen. Die beiden haben ja reichlich Übung und praktizieren das auch, wenn ich an Seminarwochenenden nicht da bin. Darüber muss ich mir wirklich keine Gedanken machen.

Und so beginne ich langsam die Tage zu zählen, bevor wir aus dem Alltag ausbrechen. Die Kinder werden ein Minimum an Schulunterricht haben ( 1,5 Std am Tag) und einige andere erfreulichen Dinge habe ich über unser Kurhaus schon erfahren. Es ist recht klein mit 50 Gästen die aufgenommen werden können. Es liegt direkt am Strand und mittags und abends esse ich mit meinen Kindern im Appartment. Das finde ich richtig toll. Nur morgens gehen wir in den Gemeinschaftsfrühstücksraum. Es gibt ein Schwimmbad im Haus und natürlich Spielkameraden und jede Menge Angebote. Derweil kaufen wir schon wieder Bücher, damit wir es uns bei schlechtem Wetter richtig gut gehen lassen können. Spiele nehmen wir auch genug mit. Ich bin mir sicher, „Pie Face“ wird der Renner :D.

Ich finde das hört sich richtig großartig an! Und so freuen wir uns trotz aller Unkenrufe weiter.

Ein paar Tage bleibe ich euch aber noch erhalten. Wenn ich gut drauf bin, schreibe ich vielleicht noch ein paar Artikel vor, damit es hier nicht gleich so still wird.

Also, immer mal wieder vorbei schauen !

Gehabt euch wohl und bis die Tage,

Dagmar

10 Gedanken zu “Yeah!

  1. Unkenrufe? Das kann ich ja gar nicht verstehen!
    Ich beineide Dich um diese 3 Wochen! Ich würde auch sofort als 3. Kind mitkommen 😉 Denn den Spaß, den ihr da haben werdet, kann ich mir bildlich vorstellen. Und das laute Lachen werden wir sicherlich auch hier noch hören…..
    Und jetzt ist es auch eine tolle Zeit um ans Meer zu fahren! Keine Massen an Touris, die die Strände bevölkern. So habt ihr die wundervolle Ostssee (fast) für Euch alleine!

    Ich wünsche Euch eine unvergessliche und erholsame Zeit! Lade Deine Batterien für uns Hopfdohlen gut auf, denn wir haben viel vor! Ich habe mir zumindest vorgenommen dass wir (Stimpy und ich) März den Slalom können… (Ich hoffe ich lehne mich grade nicht zu weit aus dem Fenster)

    Ganz viele liebe Grüße
    Steffi

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  2. Der Campingplatz ist gleich um die Ecke. Daher kenne ich auch das Kurhaus. Ich liebe die Ostsee und finde es dort immer erholsam.
    Ich wünsche Dir eine sehr intensive Zeit mit Deinen Kindern.
    Bin gespannt auf die Auswirkungen des aufgeladenen Akkus. 😊

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  3. Das hört sich für mich alles richtig an und ich wünsche eich, dass es so wird, wie ihr drei es braucht und dir eine richtig tolle Akkuladung.

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  4. Ob die da oben wissen, worauf sie sich eingelassen haben mit dir? Und dann auch noch mit dem Kuchengesicht?

    Wir freuen uns, wenn du in alter Frische wieder hier bist!

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  5. Ich wünsche Dir eine schöne Zeit mit Deinen Kiddies an der Ostsee!
    Sommer ist im Übrigen keine Garantie für Entspannung am Strand und Spaß in der Ostsee.
    Ich war mit meinem Kind von Ende Juli bis Mitte August vor 10 Jahren auf Kur an der Ostsee (Mutter-Kind-Kur kombiniert mit Reha für einen zerbröselten Unterschenkelkopf), in Graal-Müritz, und wir hatten nicht einen Tag so gutes Wetter, dass wir uns am Strand auf die faule Haut legen konnten oder gar in der Ostsee baden konnten. Regenklamotten und immer Jacke übern T-Shirt war angesagt.

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