So langsam…

…komme ich wieder rein in die Schreiberei. Mir hat tatsächlich etwas gefehlt. In der Zwischenzeit sind meine Kinder in der Lage Bedürfnisse zu artikulieren, ihre Körperausscheidungen zu kontrollieren und das gibt mir durchaus wieder Luft etwas zu tun, was mir Spaß macht. Schreiben. Nebenbei vernichte ich noch eine Packung Toffifee und verhindere, dass die Zwerge fett werden. Gute Muddi.

Natürlich ist es nicht so, dass mir jeden Tag so unglaublich witzige Dinge passieren, dass ich euch hier mit Lach- und Sachgeschichten zuschütten kann. Oder anders ausgedrückt, hier passieren sehr oft saulustige Dinge, die ich nicht aufschreiben kann um die Würde und Anonymität meiner Familie nicht zu gefährden. Der Spaß hört auf, wenn meine Kinder Nachteile erfahren, weil ihre Mutter ein Onlinetagebuch führt.

Das sind der Gründe genug. Darum wird es hier in den Beiträgen (nein, das ist kein Posting und ich blogge auch nicht) sehr oft belanglos. Es wird laaaaangweilig. Die Lachgeschichten sind ab und an Bobons, wie Feiertage die auf einen Werktag fallen. Also gewöhnt euch hier lieber nicht ein. Es wird so unspektakulär. Nullachtfuffzehn.

Ich habe heute, während ich meinem Tagwerk nachging, überlegt was ich schreiben könnte. Die Küchenrubrik ist zum Beispiel noch leer. Dabei verbringe ich viel Zeit in meiner Küche. Ich bin gerne dort. Wenn ich nicht zufällig schon 2 Jobs hätte, würde ich den ganzen Tag mit Lebensmitteln herum experimentieren. Es gibt natürlich schon sehr viele Foodblogs. Gute und Schlechte. Darum habe ich mich für ein belangloses Tagebuch entschieden. Die gibt es nicht so oft. Hier kann ich noch glänzen und die Spitze der Charts anführen. Ich bin MoB – Mother of Belanglosigkeit.

Eines Tages teile ich mit euch das weltbeste Käsekuchenrezept meiner lieben Ex-Kollegin Daniela. Noch ist es aber nicht soweit.

Bevor das passiert, würde ich mich gerne noch ein bisschen besser vorstellen. Damit ihr wisst mit wem ihr es zu tun habt. Im Gegenzug würde ich mich über ein paar Kommentare freuen. Ewig muss ich bei Facebook nachgucken, wie euch der Eintrag gefallen hat. Das tut doch nicht Not, dafür hat es ja die Kommentarfunktion. Also traut euch. Ich habe gestern mit großer Freude gesehen, dass auch Zugriffe aus Polen, Frankreich und den Niederlanden dazu gekommen sind. Herzlich Willkommen, liebe Menschen. Ihr seid am Rande des Harzes gelandet, genauer in Südniedersachsen. Dem kleinsten Landkreis dieses großen Bundeslandes. Nicht mehr lange, bald fusionieren wir zu einem Großkreis, aber noch ist es nicht soweit. Ich wohne zufällig im größten und schönsten Dorf Niedersachsens. Mit fast 5.000 Einwohnern lebt es sich hier optimal. Anonym genug um nicht von jedem alles zu wissen, dörflich genug um in jedem Geschäft namentlich angesprochen zu werden. Die Lebensbedingungen sind super. Es gibt ausreichend viele Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Schulen und für die Kinder so gut wie jede Möglichkeit der Freizeitgestaltung. Alles können sie mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichen. Wir haben ein über hundertjähriges Häusschen im Dorfkern für uns gefunden, dass mit 2.000qm genug Platz für Tierhaltung und die Leidenschaft des Anmichrangetrauten bietet: Die Erhaltung und Vermehrung alter Obssorten. Gemach, eines Tages schreibe ich vielleicht einen Artikel über all das was in unseren diversen Gärten wächst….

Wo war ich ? Ach, ich wollte mich vorstellen. Ich glaube nicht, dass ihr mich besser kennen lernt, wenn ich euch mit Eckdaten wie Schuhgröße, Sternzeichen und Mädchennamen versorge (alles drei unglaublich peinliche Dinge bei mir!!!!!!!!!). Ich versuche das jetzt einfach mal viel persönlicher und individueller zu gestalten.

Also, ich kann nicht ungerade Beträge tanken. Das regt mich auf. Dann tanke ich weiter bis zum nächsten geraden Betrag. Auch wenn der Sprit mal überläuft. Watt mutt dat mutt. Ich bin außerdem eine Nachteule. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ich ein Langschläfer bin. Ich hege immer noch die schwache Hoffnung, dass wenn ich es bis zur Rente schaffe, ich nach einigen Wochen süßen Nichtstun, auch wieder länger schlafen kann. Derzeit ist es aber so, dass ich abends und nachts zur Hochform auflaufe. Ich finde nur schwer ein Ende und genieße, nachdem die Kinder im Bett sind, meine Erwachsenenzeit. Mir fallen 124 Sachen ein, die ich tun könnte: Bücher schreiben, meinen Schrank ausmisten, die Hundeschulhompagetexte überarbeiten, meine Gitarre stimmen, Handarbeiten erlernen, ein Buch lesen, einen Film gucken, ein Hörbuch hören, den eigenen Hund trainieren, den Kindern Liebesbriefe für die Brotdosen schreiben und und und….

Während ich noch überlege was davon ich am dringendsten tun möchte, ist es Mitternacht und ich muss ins Bett. Der Wecker klingelt so brutal früh um 5.30 Uhr, dass eben diese 5 1/2 Stunden Schlaf für mich das absolute Minimum sind (damit am nächsten Tag in meiner Nähe niemand zu Tode kommt). Wobei wir beim nächsten Punkt wären. Es ist total gut, dass ich der Welt erst nach der 1. Tasse Kaffee und einer gewissen Akklimatisierung entgegentrete. Direkt nach dem aufwachen bin ich nämlich extrem schlecht gelaunt. Das wissen auch schon lange meine Kinder. Ich bin von 7 Uhr bis 24 Uhr einen nette Mutter. In der Zeit dazwischen eher nicht. Es passt perfekt, dass der Anmichrangetraute jederzeit aus dem Schlaf gerissen werden kann und immer gleichbleibend geduldig und lieb ist. Ihm versagen eher abends die Nerven, wenn er nach einem langen Tag einfach nur seine Ruhe will. Wir ergänzen uns perfekt in dieser Sache.

Das Morgenmuffelsyndrom hab ich schon immer. Das hat sich nicht irgendwann entwickelt. In Krisenzeiten kann ich das wundervoll für mich nutzen. Der 1. Liebeskummer, Ärger mit dem Finanzamt, ein unangenehmes Gespräch mit Kollegen/Chef/Kunden ? Morgens ist mir das pupsshietegal. Von 8 Uhr bis zum Einschlafen mache ich mir Gedanken über Gott und die Welt. Nach dem Aufwachen: Pffff, mir doch egal. Sollte jemals ein Serienmörder bei mir einsteigen, wäre ich nach dem 1. Kaffee ein leichtes Opfer. Trifft der Arme die falsche Entscheidung und dringt hier im Morgengrauen ein, überlebt er das nicht. Ich würde sein Pipimännchen in der Schranktür einklemmen oder mit dem Pantoffel darauf einschlagen und meinen gesamten Fäkalsprachwortschatz auf ihn herunter prasseln lassen. Den würde ich fertig machen, fragt nicht.

In meine Lebenszeit fallen ja viele historisch bedeutsame Ereignisse. Ich erinnere mich daran, dass meine Mutter früh morgens in mein Zimmer gestürmt kam und glücklich rief:“ Stell dir vor, die Mauer ist weg!“ Ich zog die Mundwinkel nach unten und dachte: „Ey, sag mal spinnt die. Wir haben gar keine Mauer, wir haben einen Jägerzaun.“ Man war ich sauer. Nachdem sie das Mißverständnis aufgeklärt hatte und mir versuchte zu erklären, WAS da geschehen ist, dachte ich unentwegt:“Mir doch egal“. Ja, ich weiß, sagt nichts. Später am Tag fand ich das dann ja auch richtig super. Sollten wir also mal früh am morgen telefonieren, wißt ihr Bescheid. Einfach nur atmen, das kann ich gerade so tolerieren. Sollten wir uns sehen, einfach nicht ansprechen, ruhig stehen bleiben und keinen Blickkontakt aufbauen. Auf keinen Fall irgendwas flöten. Das ist irgendwie so ein Bäckereifachverkäuferinnending. Die flöten extrem „GUTEN MORGEN. WAS KANN ICH DENN FÜR SIE TUN.“ Ich denke „sterben“ und sage „5 Brötchen“. Sie „NORMALE ? *flöööööt*. Ich „Nein, Verrückte“. Lassen wir das, ich hab euch ja jetzt hier gewarnt.

Ich hab aber natürlich auch extrem liebenswerte und charmante Züge. Ich lache furchtbar gerne. Für meinen Geschmack leider zu selten. So richtige Lachflashs ereilen mich leide nur ca. 2 x im Jahr. Häufig ist Situationskomik der Auslöser, manchmal aber auch einfach nur, dass ich Kopfkino bekomme. Mir fallen zu den unpassendsten Gelegenheiten plötzlich und nicht steuerbar, komische und lustige Begebenheiten ein. Das ist ein bisschen so, als wenn man merkt, dass man niesen muss. Das Lachen sitzt zuerst noch im Bauch, kitzelt aber schon im Hals. Ich versuche noch mir auf die Lippe zu beißen oder mich in die Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger zu kneifen. Vergeblich. Der erste hörbare Lacher kommt womöglich noch ein bisschen wie ein Husten an. Wenn ich jetzt den Raum/das Meeting/den Gottesdienst/die Prüfung verlasse, behalten mich die Anwesenden als normalen Menschen in Erinnerung. Obwohl ich mich seit rund 45 Jahren kenne und weiß was passiert, bleibe ich dennoch sitzen. Es folgen schluckende-würgende Geräusche, die bei vor mir sitzenden Menschen für ungute Gefühle sorgen. Manchmal versuche ich noch mir eine Hand vor den Mund zu pressen (zu diesem Zeitpunkt schüttelt es schon meinen ganzen Körper und mir laufen die Tränen übers Gesicht). Vergeblich. Mit dem nächsten Lacher pruste ich durch die Nase, rotze mir dabei auf mein Oberteil und dann war es das……Mir bekannte Personen halten oft  noch ein paar Sekunden stand, obwohl sie ja gar nicht wissen, warum ich so entgleise und prusten dann mit. Nicht selten mit dem Finger auf mich zeigend, damit auch jeder weiß dass ich damit angefangen habe. Solche Begebenheiten sind natürlich hoch peinlich, aber unfassbar befreiend. Ganz blöd läuft es, wenn ich diejenige bin, die ein Seminar gibt. Trotzdem hoffe ich, dass ich das noch 100.000 in meinem Leben erleben darf. Weitere Absonderlichkeiten und Facetten meiner Person, erfahrt ihr, wenn ihr dran bleibt.

Gehabt euch wohl und bis die Tage,

Dagmar

 

15 Gedanken zu “So langsam…

  1. Herrlich! Ich lese auch sehr gern mit und bin fasziniert, wie Du zwischen Deinen zwei Jobs, zwei Kindern, unzähligen Tieren, großem Haus und dem Andichangetrauten noch Zeit und Muße findest für ein Tagebuch. Und dann noch mit so GEILEN Texten, die eine Belanglosigkeit zum Krimi machen. Hut ab und bitte gern weiter so.

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  2. Ach liebe Dagmar,
    ich kann Dich so gut nachvollziehen und, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, wir sind uns ziemlich ähnlich……
    Anscheinend mag ich mich, denn ich lese Dich verdammt gern und sympatisch warst Du mir eh von Anfang an.

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    1. Ach Dagmar

      Egal was Du schreibst,ich hab dabei ier was zu lachen und lese Deine sachen gerne. Ich sag ja,wenn Du ein Buch schreiben würdest, würde ich es kaufen und lesen obwohl ich echt ungern lese.
      Ich mag Dich unheimlich gern und bedauere es sehr das ich nicht mehr zu Dir kommen kann wegen der entfernung. Bitte schreib weiter solche sachen….ich lach doch auch so furchtbar gern

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      1. Oh ja … meine frühmorgenliche Eskalationsleiter bei viel zu gut gelaunten, munter drauf los plappernden Freundinnen:
        1. „Kannst Du bitte ruhig sein“ *freundlichverzweifeltesflehenkörperschwerpunkliegthinten*
        2. „Man sei ruhig“ *knurrenderuntertondeutlichhörbar*
        3. „Halts Maul!“ *lauteartikulationdrohenderblickkontaktwirdaufgenommenkörperschwerpunktnachvorneverlagert*
        4. in jungen, hormonell stark beeinflussten Jahren: werfen des Kakaobechers in Richtung Auslösereiz *eindeutigaktivaggressivesverhalten*
        4. in nicht mehr so jungen, hormonell ausgeglicheneren Jahren: „Du gehst mir auf den Geist!“ *genervtesfluchtverhaltenineinanderesumfeldkombiniertmitdembeschlussdiesennächtigungsgastsoschnellnichtmehraufnzunehmen*
        Ich kann berichten, dass nur eine Schulfreundin bei mir bis zum Punkt 4. der Eskalationsleiter gekommen ist, gab dann auch tüchtig Mecker von Mutti für mich. *hüstel*.
        Und wenn man mir etwas unliebsames mitteilen möchten, geht das am besten in ein paar schnellen Worten vor 6 Uhr, das ist nach dem Duschen dann quasi wie weggespült. 😀
        Mit Arbeit und Kind hat sich mein „Jetzt-kannst-Du-mich-ansprechen-ohne-das-ich-Dir-den-Kopf-abbeiße-Zeitpunkt“ im Übrigen weiter nach vorne verlagert.

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      2. Ich gestehe, ich bin Morgens kein gnädiger Mensch, aber meine Kommunikation ist dafür recht eindeutig. 😀

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